Wasserkrise in Deutschland: 63 Prozent fürchten mangelnde Vorbereitung auf Versorgungskatastrophen

Tobias Schwarz
Tobias Schwarz
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Ein weißer Hintergrund mit dem Text "Grundwasser Oberflächenwasser inte" in der Mitte, umgeben von farbigen Punkten, die netzartig verbunden sind.Tobias Schwarz

Wasserkrise in Deutschland: 63 Prozent fürchten mangelnde Vorbereitung auf Versorgungskatastrophen

Wachsende Sorge um die Wassersicherheit in Deutschland

Die öffentliche Besorgnis über die Wassersicherheit in Deutschland hat in den letzten Jahren deutlich zugenommen. Eine aktuelle YouGov-Umfrage zeigt, dass 63 Prozent der Deutschen der Ansicht sind, das Land sei schlecht oder überhaupt nicht auf Wasserversorgungskrisen vorbereitet. Vor diesem Hintergrund fordern Branchenführer und Politiker stärkere Schutzmaßnahmen gegen Sabotage, Cyberbedrohungen und klimabedingte Risiken.

Die anstehende Fachmesse IFAT München und der Kongress Security Under Control in Duisburg werden Lösungen zur Absicherung der Wasserinfrastruktur präsentieren. Beide Veranstaltungen zielen darauf ab, Schwachstellen in der Resilienz zu schließen – von physischen Schutzmaßnahmen bis hin zu digitalen Sicherheitsvorkehrungen.

Tiefe Verunsicherung über die Wasserversorgung

Die YouGov-Ergebnisse offenbaren eine weitverbreitete Skepsis gegenüber den deutschen Wassersystemen. Nur drei Prozent der Befragten bewerten die Vorbereitung Deutschlands als "sehr gut", während 67 Prozent Sabotageakte und 66 Prozent Cyberangriffe fürchten. Klimawandel, Dürren und Verschmutzung haben das Bewusstsein für Risiken wie Verunreinigung und Wasserknappheit weiter verschärft.

Die Bundesregierung hat bereits Gegenmaßnahmen ergriffen: Die Nationale Wasserstrategie 2021 und die überarbeitete Trinkwasserverordnung 2023 setzen neue Sicherheitsstandards. Ein Investitionsprogramm in Höhe von fünf Milliarden Euro soll bis 2030 die Versorgung sichern. Experten betonen jedoch, dass noch mehr getan werden muss.

Wasser als Sicherheitsfrage von nationaler Bedeutung

Wolfgang Ischinger, Vorsitzender der Münchner Sicherheitskonferenz, fordert eine Neuausrichtung der Wasserpolitik als nationale Priorität. Er plädiert dafür, die Wasserinfrastruktur als kritischen Bestandteil der allgemeinen Sicherheit zu behandeln. Philipp Eisenmann, Ausstellungsleiter der IFAT München, verweist auf innovative Technologien und bewährte Verfahren, um zukunftsfähige Systeme aufzubauen.

Wolf Merkel vom DVGW (Deutscher Verein des Gas- und Wasserfaches) befürwortet einen ganzheitlichen Ansatz. Sein Vorschlag: physischen Schutz, Cyberresilienz und Klimaanpassung müssen verzahnt werden, um die Versorgung langfristig abzusichern. Der Kongress Security Under Control (17.–18. März in Duisburg) vertieft diese Themen. Auf der Agenda stehen unter anderem Bedrohungserkennung in Betriebstechnik-Umgebungen (OT), sichere Netzwerkarchitekturen sowie die Einhaltung von Vorschriften wie der NIS-2-Richtlinie und dem Cyber Resilience Act.

Plattformen für Lösungsansätze

Beide Veranstaltungen positionieren sich als zentrale Foren, um Schwächen in der Infrastruktur zu thematisieren. Präsentiert werden unter anderem fortschrittliche Überwachungstools sowie Strategien, um Extremwetter und digitale Angriffe abzuwehren.

Die Umfrageergebnisse und Expertenwarnungen unterstreichen die Dringlichkeit, die deutsche Wasserinfrastruktur zu schützen. Angesichts zunehmender Risiken durch Sabotage, Cyberattacken und Klimafolgen bieten die anstehenden Messen und Kongresse eine Plattform, um konkrete Lösungswege vorzustellen.

Investitionen und Regulierung als Grundlage – doch die Arbeit geht weiter

Zwar haben finanzielle Mittel und gesetzliche Anpassungen erste Weichen gestellt, doch bleibt die kontinuierliche Zusammenarbeit zwischen Politik, Ingenieuren und Sicherheitsexperten entscheidend. Nun gilt es, widerstandsfähige Systeme zu schaffen, die sich an neue Bedrohungen anpassen können.

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