Kölner Initiative kämpft gegen Überwachung und für Nachbarschaftshilfe in Kalk

Tobias Schwarz
Tobias Schwarz
2 Min.
Eine Gruppe von Menschen hält ein Schild hoch, auf dem 'Rechte für alle Menschen Stoppt Polizeigewalt' steht. Sie stehen auf dem Boden mit einem Straßenschild, einem Schild, Bäumen, Gebäuden mit Fenstern und einem bewölkten Himmel im Hintergrund.Tobias Schwarz

Kölner Initiative kämpft gegen Überwachung und für Nachbarschaftshilfe in Kalk

Neue Kampagne in Köln: Mehr Gemeinschaft statt Überwachung im Stadtteil Kalk

Eine neue Initiative in Köln stellt sich gegen die verstärkte Polizeipräsenz und Überwachung im Stadtteil Kalk. Die Kampagne "Sicherheit für Alle" argumentiert, dass echte Sicherheit durch starke Nachbarschaftsnetzwerke entsteht – und nicht durch mehr Kameras oder Razzien. Aktivist:innen kritisieren, dass die aktuellen Maßnahmen migrantische Gruppen unfair ins Visier nehmen, ohne die zugrundeliegenden sozialen Probleme anzugehen.

Der Stadtteil Kalk wird seit Langem von Politik und Polizei als "Kriminalitätsschwerpunkt" eingestuft. Diese Einordnung hat zu häufigeren Razzien und einer verschärften Kontrolle geführt, insbesondere in migrantisch geprägten Communities. Kritiker:innen werfen der Behörde vor, mit diesem Vorgehen Stigmatisierung zu verstärken, statt Lösungen zu schaffen.

Die Kampagne weist darauf hin, wie stark die Überwachung in Köln bereits ausgebaut wurde: 106 fest installierte Kameras sind bereits im Einsatz. Befürchtungen gibt es zudem hinsichtlich eines möglichen Einsatzes von KI-gestützter Gesichtserkennung, auch wenn es derzeit keine offiziellen Pläne für weitere Kamerainstallationen in diesem Jahr gibt. Gleichzeitig nutzt das Land Nordrhein-Westfalen die von Palantir entwickelte Software "Gotham", um die Datenauswertung in Polizeidatenbanken zu automatisieren.

Bei einer jüngsten Gedenkveranstaltung zum rassistischen Anschlag von Hanau 2020 zog Kampagnensprecher Cuso Ehrich beunruhigende Parallelen zwischen der Kölner Polizeipraxis und dem damaligen Attentat. Aktivist:innen betonen, dass weder Polizeischikanen noch Überwachungskameras die Gewalt in Hanau hätten verhindern können – genauso wenig wie sie heute Sicherheit in Kalk schaffen. Stattdessen verweisen sie auf lokale Projekte wie "Kalk Solidarisch" und gemeindenahe Gesundheitszentren als wirksamere Alternativen.

Die "Sicherheit für Alle"–Kampagne beharrt darauf, dass wahre Sicherheit entsteht, wenn Nachbar:innen einander kennen und Herausforderungen gemeinsam angehen. Ihr Modell setzt auf soziale Unterstützung statt auf polizeiliche Repression.

Damit stellt die Initiative die gängige Annahme infrage, dass mehr Polizei automatisch mehr Sicherheit bedeutet. Lokale Aktivist:innen erproben nun gemeinwesenorientierte Lösungen in Kalk – mit dem Ziel, die Abhängigkeit von Überwachung und Razzien zu verringern. Ob diese Ansätze die offizielle Politik beeinflussen werden, bleibt abzuwarten.

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