„Katzen!“: Wie Samtpfoten Kulturgeschichte und Klischees prägen

Tobias Schwarz
Tobias Schwarz
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Eine Katze wird gezeigt.Tobias Schwarz

„Katzen!“: Wie Samtpfoten Kulturgeschichte und Klischees prägen

Eine neue Ausstellung im Hamburger MARKK-Museum rückt Katzen in den Fokus. Unter dem Titel „Katzen!“ erkundet sie die kulturelle und historische Bedeutung der Samtpfoten – von der antiken Verehrung bis zum modernen Internetkult. Die Schau hinterfragt dabei auch langlebige Klischees über Frauen und ihr Verhältnis zu diesen unabhängigen Tieren.

Die Idee zur Ausstellung entstand, als Museumsdirektorin Barbara Plankensteiner die allgegenwärtige Präsenz von Katzeninhalten in den Medien – besonders auf sozialen Plattformen – bemerkte. Statt jedoch einfach deren Popularität zu feiern, lotet die Schau tiefere Themen aus: Die Exponate sind nach sechs zentralen Konzepten organisiert – „niedlich“, „verehrt“, „nützlich“, „mächtig“, „(un)abhängig“ sowie ein zweiter Schwerpunkt auf „niedlich“, der ihre globale Anziehungskraft widerspiegelt.

Besucher:innen erwarten historische Abbildungen, kulturelle Objekte und sogar von der Öffentlichkeit eingereichte Fotos, mit einem starken Fokus auf japanische Katzendarstellungen unter dem „Kawaii“-Aspekt (Niedlichkeit). Die Ausstellung stellt zudem veraltete Stereotype infrage – etwa das Klischee der „kinderlosen Katzenfrau“ – und zeigt, wie solche Bilder seit über einem Jahrhundert frauenfeindliche Vorurteile verstärken. Gleichzeitig betont sie Eigenschaften wie Stärke und Selbstständigkeit, die Katzen verkörpern, Frauen aber oft abgesprochen werden. Ein begleitender Katalog wirft die These auf, dass das Zusammenleben mit Katzen, die sich einer rein zweckgebundenen Rolle entziehen, für den Menschen eine Art ethische Prüfung darstellt. Das Museum verzichtet auf große Deutungen und überlässt es den Besucher:innen, eigene Schlüsse zu ziehen.

Passend zur Eröffnung warf ein Podcast der Zukunftsstiftung eine verwandte Frage auf: „Wie Haustiere unsere Gesellschaft prägen“ – ein direkter Bezug zwischen beiden Projekten wurde jedoch nicht bestätigt.

Die Ausstellung „Katzen!“ ist noch im MARKK zu sehen und bietet einen frischen Blick darauf, wie diese Tiere über Epochen und Kulturen hinweg wahrgenommen wurden. Durch die Verbindung historischer Artefakte, moderner Medien und publizistischer Beiträge lädt sie zum Nachdenken über felines Verhalten und menschliche Vorurteile ein. Wer die tieferen Verbindungen zwischen Katzen und Gesellschaft erkunden möchte, findet hier noch Gelegenheit dazu.

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