Thyssenkrupp 2026: Zwischen Rechtsstreit und Rekordauftrag für die Marine

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Ein Prospekt mit Informationen, Namen und Nummern neben einem Bild eines Schiffs auf dem Meer, mit der Überschrift "Verzauberung der Meere" oben.

Thyssenkrupp 2026: Zwischen Rechtsstreit und Rekordauftrag für die Marine

Thyssenkrupp steht zu Beginn des Jahres 2026 vor entscheidenden Herausforderungen, während rechtliche Auseinandersetzungen und Marktvolatilität die Zukunft des Konzerns prägen. Die Thyssenkrupp Aktie notiert derzeit bei 9,27 Euro – deutlich unter dem Jahreshöchststand von 13,24 Euro. Das Anlegervertrauen leidet unter einem laufenden Schiedsverfahren mit der Salzgitter AG. Ein großer Rüstungsauftrag bietet dem Industriegiganten hingegen einen der wenigen Lichtblicke.

Der Aktienkurs hat sich zwar von einem Tiefststand von 3,86 Euro erholt, liegt aber weiterhin fast 30 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch. Die hohe Volatilität von über 80 Prozent hält Händler zurück, zumal der Ex-Tag für die geplante Dividende von 0,15 Euro auf den 2. Februar 2026 festgelegt ist. Analysten warnen, dass ein Halten über der Unterstützung bei 9,18 Euro entscheidend sein wird, um den Aufwärtstrend im neuen Jahr zu erhalten.

Die rechtlichen Probleme von Thyssenkrupp resultieren aus einem Streit mit der Salzgitter AG über ihr Joint Venture, die Hüttenwerke Krupp Mannesmann (HKM). Salzgitter fordert bis zu 1,6 Milliarden Euro Schadensersatz und wirft dem Unternehmen Vertragsverletzungen vor. Das Ergebnis dieses Schiedsverfahrens wird die Bewertung des Konzerns und die Stimmung der Anleger zu Beginn des Jahres 2026 maßgeblich beeinflussen. Trotz dieser Herausforderungen konnte Thyssenkrupp Marine Systems (TKMS) einen historischen Deal mit dem Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr (BAAINBw) abschließen. Der Rahmenvertrag sieht die Lieferung von DM2A5-Schwertorpedos für die U-Boot-Klasse Typ 212CD vor – der größte Torpedoauftrag in der Geschichte der Sparte. Dieser Erfolg stärkt den Auftragsbestand von TKMS und untermauert die Strategie von Vorstandschef Miguel López, sich auf hochmargige Geschäfte zu konzentrieren.

Die kommenden Monate werden davon abhängen, ob Thyssenkrupp den HKM-Streit außergerichtlich beilegen kann oder sich auf langwierige juristische Auseinandersetzungen einlassen muss. Eine Einigung könnte den Druck auf die Thyssenkrupp Aktie verringern, während eine Eskalation die Unsicherheit für Aktionäre vertiefen würde.

Thyssenkrupp geht mit einer Mischung aus Risiken und Chancen ins Jahr 2026. Die 1,6-Milliarden-Euro-Schadensersatzforderung belastet die finanzielle Perspektive, während der Torpedoauftrag der Rüstungssparte einen soliden Schub verleiht. Anleger werden genau beobachten, ob es Anzeichen für eine Lösung des Rechtsstreits gibt und ob sich der Aktienkurs oberhalb der entscheidenden Unterstützungsmarken stabilisieren kann.

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