Neubaur fordert schärfere Gesetze nach Deepfake-Skandal um Collien Fernandes
Nina HerrmannNeubaur fordert schärfere Gesetze nach Deepfake-Skandal um Collien Fernandes
Nordrhein-Westfalens stellvertretende Ministerpräsidentin Mona Neubaur fordert dringende Rechtsreformen gegen Deepfake-Missbrauch. Ihre Äußerungen folgen auf die Schilderungen der Schauspielerin Collien Fernandes, die sich öffentlich über explizite Fälschungen mit ihrem Bild geäußert hatte. Neubaur lobte Fernandes für ihren Mut und warnte, dass die aktuellen Gesetze Opfer nicht ausreichend schützten.
Fernandes bezeichnete sie als "eine mutige Frau", deren Haltung ein starkes Signal an andere Betroffene sende. Deepfakes seien längst kein Nischenproblem mehr, sondern eine flächendeckende Bedrohung, die sofortiges Handeln erfordere, betonte die Politikerin.
Kritik übte Neubaur an der zögerlichen Haltung Deutschlands: Während in Spanien die Verbreitung sexueller Deepfakes mit ein bis zwei Jahren Haft bestraft werde, fehlten hierzulande klare Regelungen. Stattdessen würden solche Fälle oft nur als minder schwere Ehrverletzungen geahndet.
Die Politikerin schlug zwei zentrale Reformen vor: eine Anpassung des Sexualstrafrechts, um digitale und physische Gewalt gleichzustellen, sowie die Einrichtung spezialisierter Gerichte für Sexualdelikte – sowohl im Netz als auch offline. Ihr Vorstoß erfolgt kurz nach der Ankündigung von Bundesjustizministerin Stefanie Hubig, die Strafverfolgung digitaler Gewalt zu verschärfen. Auslöser war auch hier der Fall Fernandes.
Aktuell gibt es in Deutschland keine spezifischen Gesetze gegen die Erstellung von Deepfakes, was Betroffenen kaum rechtliche Handhabe lässt. Neubauers Vorschläge zielen darauf ab, die Strafen an das Ausmaß des angerichteten Schadens anzupassen. Der Fall setzt die Politik unter Druck, die Gesetzgebung zu modernisieren und Opfer digitaler Gewalt besser zu schützen.






