Sicherheitslücke bei Atommülltransport: Route von Jülich nach Ahaus versehentlich veröffentlicht
Nina HerrmannSicherheitslücke bei Atommülltransport: Route von Jülich nach Ahaus versehentlich veröffentlicht
Geplanter Atommülltransport von Jülich nach Ahaus: Sicherheitspanne durch veröffentlichten Routenverlauf
Ein geplanter Transport von radioaktivem Abfall von Jülich nach Ahaus ist durch einen unerwarteten Sicherheitsvorfall belastet worden. Die genaue Route, die normalerweise streng geheim gehalten wird, war für kurze Zeit auf einer Regierungswebsite öffentlich einsehbar. Die Behörden haben die Angaben zwar inzwischen entfernt, doch die Ursache für den Fehler bleibt unklar.
Bei dem Transport handelt es sich um Brennelemente aus einem stillgelegten Forschungsreaktor, die in ein Zwischenlager gebracht werden sollen. Solche Transportrouten werden in der Regel unter Verschluss gehalten, um mögliche Terrorgefahren oder Proteste zu verhindern. Doch von Mittwochabend bis Donnerstag war der vollständige Streckenverlauf auf der Digitalen Plattform für unbemannte Luftfahrt (DPIA) einsehbar.
Die versehentlich offengelegte Route umfasste zentrale Abschnitte wie die Autobahn A44 zwischen Jülich und Mönchengladbach, die Bundesstraße B265 durch Geilenkirchen und Wegberg sowie die B525 in der Nähe von Viersen und Brüggen. Diese Bereiche waren bereits 2010 als Flugverbotszonen für Drohnen ausgewiesen worden – im Vorfeld eines ähnlichen Transports im Jahr 2011. Die aktuelle Sperrzone erstreckt sich über die gesamte Strecke von Jülich bis Ahaus und deckt sich mit der geplanten Transportroute.
Nach Bekanntwerden des Fehlers wurden die Daten umgehend gelöscht. Das Verkehrsministerium hat sich bisher nicht dazu geäußert, wie es zu der Panne kommen konnte oder ob durch die Veröffentlichung Risiken entstanden sind.
Der Vorfall wirft Fragen nach den Sicherheitsstandards bei sensiblen Atomtransporten auf. Da der nächste Castor-Transport weiterhin wie geplant stattfinden soll, müssen die Behörden sicherstellen, dass solche Details künftig vertraulich bleiben. Die Schweigsame des Ministeriums lässt die Öffentlichkeit jedoch ohne Antworten zurück, wie künftige Sicherheitslücken verhindert werden sollen.






