14 March 2026, 18:11

Willich schließt Kitas: Sparmaßnahmen und sinkende Geburtenraten zwingen zum Umdenken

Ein großes abgerissenes Gebäude in einer Stadt umgeben von anderen Gebäuden, Straßenlaternen, Straßenschildern, Kraftfahrzeugen, Bäumen und einem klaren blauen Himmel.

Willich schließt Kitas: Sparmaßnahmen und sinkende Geburtenraten zwingen zum Umdenken

Willich reformiert seine Kinderbetreuung angesichts sinkender Geburtenraten und Haushaltszwängen

Bis 2027 werden in Willich mehrere Kitas geschlossen oder verlegt, während andere vorläufig weitergefördert werden. Bis 2029 rechnet die Stadt mit einem Überschuss von 440 Betreuungsplätzen.

Die Pläne für einen Neubau der Kita Alperhof am bisherigen Standort wurden verworfen. Stattdessen zieht die Einrichtung in das generationenübergreifende Projekt Reinershof um – und spart so Baukosten in Höhe von fünf Millionen Euro. Als Grund nannte die Verwaltung die angespannte Haushaltslage.

Die Kita St. Irmgardis wird zum Ende des Kindergartenjahres 2026/2027 geschlossen. Anschließend übernimmt die Kita Villa Kunterbunt den Standort und betreibt dort ab 2027/2028 eine Einrichtung. Das Gebäude wird zuvor modernisiert, um Ganztagsbetreuung und Mittagsverpflegung anbieten zu können.

Eine Schließung steht bereits fest: Die Kita Dietrich-Bonhoeffer mit 43 Plätzen wird bis zum Ende des Kindergartenjahres 2026/27 geschlossen. Zusammen mit anderen Kürzungen entfallen so rund 138 Betreuungsplätze. Offizielle Schließungen gab es seit 2020 nicht mehr.

Die von der AWO betriebene Kita "Blaues Haus" in Schiefbahn erhält ihre freiwillige Förderung noch bis zum 31. Juli 2027. Vor diesem Termin sollen Gespräche über eine mögliche Schließung mit dem Träger geführt werden. Das DRK-Projekt "Schatzkiste" als Brückenangebot läuft hingegen bis zum 31. Juli 2026 aus.

Die Anbindungen an die verbleibenden Kitas liegen laut Stadt innerhalb der gesetzlichen Vorgaben. Die Buslinien 55 und 56 benötigen 16 Minuten, mit dem Auto sind es im Schnitt neun Minuten. Dennoch befürchten Eltern im Norden Willichs, dass das schrumpfende Angebot junge Familien abschrecken könnte.

Die Stadt und der Kirchenverband wollen die weiteren Entwicklungen begleiten und bei Bedarf Anpassungen vornehmen.

Bis 2029 wird Willich voraussichtlich 440 Betreuungsplätze mehr anbieten, als benötigt werden. Die Umstrukturierung soll sinkende Nachfrage und finanzielle Rahmenbedingungen in Einklang bringen – auch wenn einige Familien längere Anfahrtswege in Kauf nehmen müssen. Weitere Gespräche sollen die künftigen Schritte begleiten, sobald sich die Rahmenbedingungen ändern.

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