Erzbistum Paderborn ringt mit Missbrauchsskandal über sechs Jahrzehnte
Jana BraunErzbistum Paderborn ringt mit Missbrauchsskandal über sechs Jahrzehnte
Das Erzbistum Paderborn hat sich in einer Reihe öffentlicher Diskussionen über historische Missbrauchsfälle mit seiner Vergangenheit auseinandergesetzt. Über 200 Katholiken trafen sich in Dortmund, um den Skandal zu erörtern, der sich über sechs Jahrzehnte erstreckt und Hunderte von Opfern betrifft. Kirchenvertreter haben Entschädigungszahlungen und einen fortlaufenden Dialog mit den Betroffenen zugesagt.
Zwischen 1941 und 2002 dokumentierte das Erzbistum 485 Opfer und mehr als 200 Kleriker, die in Missbrauch verwickelt waren. Ein am 13. März 2026 veröffentlichter Bericht legte diese Erkenntnisse dar, doch keiner der beschuldigten Geistlichen wurde seitdem entlastet oder von seinen Ämtern enthoben.
Bei der Veranstaltung in Dortmund forderten Überlebende und Teilnehmer konsequenteres Handeln. Michael Heltner, ein Missbrauchsopfer, verlangte angemessene finanzielle Wiedergutmachung und langfristige psychologische Betreuung. Ein weiterer Teilnehmer schlug vor, 1 % des Gesamtvermögens des Erzbistums für Renten und Entschädigungen der Opfer bereitzustellen.
Erzbischof Udo Markus Bentz bestätigte, dass bereits 75–80 % der Opfer Zahlungen erhalten hätten. Zudem kündigte er weitere Gespräche in Schmallenberg und Rheda-Wiedenbrück für die kommenden beiden Tage an.
Das Erzbistum setzt sich weiterhin mit den Folgen jahrzehntelangen Missbrauchs auseinander. Zwar haben die meisten Betroffenen Entschädigungen erhalten, doch die Überlebenden bestehen auf umfassendere Unterstützungsmaßnahmen. Kirchenvertreter haben sich verpflichtet, den Dialog mit den Gläubigen offen zu führen.






