01 May 2026, 08:11

Willich plant Geschwistergebühren – Eltern protestieren gegen höhere Kita-Kosten

Schwarzes und weißes Plakat mit einer Gruppe von Menschen und dem Text "Jeder zahlt, aber wenige profitieren von Kinderarbeit", das gegen Kinderarbeit in den USA wirbt.

Willich plant Geschwistergebühren – Eltern protestieren gegen höhere Kita-Kosten

Willich prüft Pläne zur Einführung von Geschwistergebühren für Kinderbetreuungsleistungen, um die Stadteinnahmen zu erhöhen. Die Vorschläge umfassen Anpassungen bei den Ermäßigungen für Kitas, die Schulkindbetreuung und die Tagespflege. Eltern und lokale Initiativen haben bereits heftigen Widerstand gegen die geplanten Änderungen angekündigt.

Das aktuelle System der Stadt sieht vollständige Geschwisterermäßigungen für die Kinderbetreuung vor, doch die neuen Pläne würden diese Vergünstigungen kürzen. Bei der Kita-Betreuung könnte der Rabatt für das erste Geschwisterkind auf 75 oder 80 Prozent sinken, während weitere Geschwister weiterhin befreit blieben. Die Ermäßigungen für die Schulkindbetreuung könnten von 100 Prozent auf 60 oder 70 Prozent für das erste Kind reduziert werden.

Bürgermeister Christian Pakusch betonte, dass die Geschwisterermäßigungen nicht vollständig gestrichen werden sollen. Stattdessen gehe es darum, die dynamische Anpassung der Elternbeiträge auf drei Prozent zu begrenzen und einige Befreiungen zu verringern. Durch diese Änderungen erhofft sich die Stadt Mehreinnahmen von 500.000 Euro durch die Geschwistergebühren und weitere 100.000 Euro durch die Deckelung der Beitragserhöhungen.

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Nachbargemeinden wie Nettetal und Kempen erheben bereits pauschal 50 Prozent Geschwistergebühren für alle Betreuungsangebote. Die Willicher SPD-Fraktion lehnt die Pläne jedoch ab und schlägt stattdessen Einsparungen in Höhe von 115.000 Euro für den Haushalt 2026 vor – ohne die Belastung für Eltern zu erhöhen. Auch der Jugend- und Erziehungsbeirat der Eltern (JAEB) hat die Pläne abgelehnt und unterstützt Eltern, die eine Petition gegen die Gebührenerhöhungen gestartet haben.

Die Debatte über die Finanzierung der Kinderbetreuung in Willich zieht sich bereits seit Jahren hin, ohne dass es zu einer Einigung gekommen wäre. Der aktuelle Vorschlag entfacht die Spannungen zwischen Sparmaßnahmen und der finanziellen Belastung der Familien neu.

Falls die neuen Geschwistergebühren beschlossen werden, sollen sie 2026 in Kraft treten und der Stadt zusätzliche Einnahmen bescheren. Eltern und Interessenverbände wehren sich weiterhin gegen die Pläne und argumentieren, dass höhere Kosten Familien unzumutbar belasten würden. Die endgültige Entscheidung steht noch aus, während die Diskussionen andauern.

Quelle