Vom Kriegsring zur Kult-Location: Die magische Geschichte des Lou Calen in der Provence
Tobias SchwarzVom Kriegsring zur Kult-Location: Die magische Geschichte des Lou Calen in der Provence
Ein kleiner Ring, den ein Kind im Frankreich der Kriegszeit geschenkt bekam, markierte den Beginn einer außergewöhnlichen Geschichte. 1944 erhielt die zehnjährige Huguette das Schmuckstück von einem amerikanischen Soldaten während der Befreiung von Cotignac. Jahrzehnte später sollten ihr Leben und dieser Ring die Geschichte eines berühmten Hotels in der Provence prägen.
Das Hotel Lou Calen begann als Huguettes Zuhause, bevor es sich zu einer kulturellen Ikone wandelte. Nach Jahren des Wandels ist es heute ein Zentrum für Kunst, gehobene Gastronomie und Abenteuer in der französischen Provinz.
Huguettes Verbindung zu Cotignac war tief verwurzelt. Nach dem Ringgeschenk am Tag der Befreiung kaufte sie dort in den 1960er-Jahren ein Haus. 1972 eröffnete sie darin Lou Calen, ein Hotel, das bald Stars wie David Bowie und Pink Floyd anzog.
Ihr Lebensweg führte sie sogar über den Atlantik: In Palm Springs eröffnete sie ein Restaurant – und zufällig betrat genau jener amerikanische Soldat den Raum, der ihr einst den Ring geschenkt hatte. Ihre Wiederbegegnung fügte ihrem bewegten Leben ein weiteres Kapitel hinzu.
1999 schloss das Hotel, doch 2015 gab der britische Unternehmer Graham Porter ihm neues Leben. Er baute Lou Calen zu mehr als nur einer Unterkunft aus. Heute umfasst es ein Kunstzentrum, eine stilvolle Bar und ein mit dem Michelin Grünen Stern ausgezeichnetes Restaurant. Die Gästezimmer verbinden ländlichen Charme mit modernem Komfort, während die umliegenden Hügel zum Wandern, Radfahren und Dorfrundgängen einladen.
Huguettes Erbe lebt im provenzalischen Geist des Hotels weiter. Sie veröffentlichte ein Kochbuch mit regionalen Rezepten und pflegte so ihre enge Bindung zur Gegend. Heute zieht Lou Calen Besucher aus aller Welt an – die größte Gästegruppe stammt aus den USA.
Lou Calen hat sich längst von seinen Ursprüngen als Kriegsinnerung emanzipiert. Das Hotel vereint heute Geschichte, Kultur und Outdoor-Erlebnisse. Mit seinen Kunstflächen, der Spitzenküche und der malerischen Lage schreibt es weiterhin neue Geschichten – ganz wie Huguette es vor Jahrzehnten tat.






