Viersen droht bis 2026 ein 39-Millionen-Defizit – und die Insolvenzgefahr wächst
Theo SchmitzViersen droht bis 2026 ein 39-Millionen-Defizit – und die Insolvenzgefahr wächst
Viersen steht vor einer wachsenden Finanzkrise: Bis 2026 droht ein Defizit von 39 Millionen Euro
Ohne grundlegende Änderungen könnte der Kreis Viersen ab 2026 mit jährlichen Fehlbeträgen von 25 bis 35 Millionen Euro konfrontiert sein – und riskiert bis 2031 die Insolvenz. Steigende Ausgaben, insbesondere in der Jugendhilfe und bei den Kreisumlagen, belasten den Haushalt zusätzlich.
Die Industrie- und Handelskammer (IHK) äußert sich besorgt über die Finanzplanung Viersens. Sie lehnt geplante Steuererhöhungen ab und warnt, dass höhere Gewerbesteuern die Wettbewerbsfähigkeit des Kreises weiter schwächen würden. Viersen hat bereits jetzt die zweithöchste Grundsteuer für gewerbliche Immobilien in der IHK-Region – weitere Anhebungen wären problematisch.
Die IHK unterstützt zwar die freiwilligen Konsolidierungsbemühungen des Kreises, verweist aber darauf, dass die Personalkosten weiterhin steigen. Statt Steuererhöhungen fordert sie eine stärkere interkommunale Zusammenarbeit, um Dienstleistungen gemeinsam zu nutzen und Verwaltungsaufwand zu reduzieren. Zudem sollte mehr Gewerbefläche ausgewiesen werden, um die lokale Wirtschaft zu stärken.
Aktuelle Prognosen zeigen, dass die Defizite bis 2029 anhalten werden, wenn die Ausgaben nicht gedrosselt werden. Bei jährlichen Fehlbeträgen von 25 bis 35 Millionen Euro könnte der Kreis noch in diesem Jahrzehnt insolvent werden.
Viersen muss seine finanziellen Herausforderungen schnell angehen, um langfristige Instabilität zu vermeiden. Die IHK empfiehlt stattdessen Kooperationen und Flächenentwicklung – statt Steuererhöhungen. Ohne Gegenmaßnahmen wird sich der Haushaltsdruck in den kommenden Jahren weiter verschärfen.