12 March 2026, 04:17

Studie enthüllt systematische Vertuschung von Missbrauch im Erzbistum Paderborn

Ein Buch mit Bildern und Texten, die die Geschichte der katholischen Kirche darstellen, einschließlich Bilder von ihren Räumen, Fluren und erhaltenen Artefakten.

Studie klärt sexuellen Missbrauch in der Erzdiözese Paderborn - Studie enthüllt systematische Vertuschung von Missbrauch im Erzbistum Paderborn

Eine neue unabhängige Studie hat schwerwiegende Versäumnisse bei der Aufarbeitung von Missbrauchsfällen durch die katholische Kirche aufgedeckt. Forscher fanden heraus, dass Kardinäle im Erzbistum Paderborn über Jahre hinweg Täter systematisch schützten, während Opfer ignoriert wurden. Die Ergebnisse, die ursprünglich früher erwartet wurden, sollen nun aufgrund von Verzögerungen durch die Pandemie und unerwartet große Mengen an Quellenmaterial erst 2026 veröffentlicht werden.

Im Mittelpunkt der Untersuchung steht das Erzbistum Paderborn, eine ausgedehnte Region, die sich von Minden im Norden bis Siegen im Süden und von Herne im Westen bis Höxter im Osten erstreckt. Dort leben rund 1,3 Millionen Katholiken. Die Studie analysiert den Zeitraum von 1941 bis 2022 und konzentriert sich dabei auf die Amtszeiten der Kardinäle Lorenz Jaeger und Johannes Joachim Degenhardt.

Laut den Forschungsergebnissen deckten beide Kardinäle konsequent Missbrauchstäter und schützten sie vor Konsequenzen. Die Opfer erhielten hingegen kaum oder gar keine Unterstützung vonseiten der Kirchenführung. Der Bericht zeigt ein jahrzehntelanges Muster aus Vernachlässigung und institutionellem Schutz der Täter auf.

In einer zweiten Phase wird die Amtszeit von Hans-Josef Becker untersucht, der das Erzbistum von 2002 bis zu seinem Ruhestand 2022 leitete. Diese Folgeuntersuchung soll klären, ob sich ähnliche Versäumnisse auch unter seiner Führung fortsetzten. Aufgrund der durch die COVID-19-Pandemie verursachten Verzögerungen und der schieren Menge an gesammeltem Beweismaterial werden die vollständigen Ergebnisse jedoch erst 2026 vorliegen.

Die verzögerte Studie legt langjährige Defizite in der Missbrauchsaufarbeitung des Erzbistums Paderborn offen. Sie bestätigt, dass hochrangige Kirchenvertreter den Schutz der Täter über die Unterstützung der Opfer stellten. Mit der für 2026 geplanten Veröffentlichung werden die Erkenntnisse die anhaltende Kritik an der Handhabung solcher Fälle durch die katholische Kirche weiter verschärfen.

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