Streit um Fußgängerzone: Kann die Wilhelm-Bockelmann-Straße noch gerettet werden?
Tobias SchwarzStreit um Fußgängerzone: Kann die Wilhelm-Bockelmann-Straße noch gerettet werden?
Zusammenschluss von Unternehmern und Lokalpolitikern: Wie die Wilhelm-Bockelmann-Straße wieder belebt werden soll
Bei einem kürzlichen Treffen kamen Unternehmensvertreter und lokale Politiker zusammen, um über den Niedergang der Wilhelm-Bockelmann-Straße zu beraten. Die von der Aktionsgemeinschaft Munster (AGM) organisierte Veranstaltung konzentrierte sich auf die steigende Zahl leerstehender Läden und mögliche Maßnahmen zur Belebung des Viertels. Besonders umstritten war der Vorschlag einer Fußgängerzone, der zwischen der SPD-Fraktion und den Händlern für Diskussionen sorgte.
Die AGM hatte unter dem Motto "Wirtschaft trifft Politik" zu dem Austausch geladen, um über die wachsende Leerstandsquote und die Belastung durch Grundsteuern zu sprechen. Wernhard Helms veranschaulichte das Ausmaß des Problems mit einer Fotoserie, die 18 leerstehende Geschäfte in der Wilhelm-Bockelmann-Straße und Umgebung zeigte. Trotz früherer Initiativen wie Stadtsanierungsprojekten, Pop-up-Stores und Fassadenzuschüssen kämpft die Straße weiterhin mit strukturellen Problemen.
Die SPD-Fraktion brachte die Idee ins Spiel, einen Abschnitt der Straße für den Autoverkehr zu sperren, um mehr Fußgänger anzulocken und die lokalen Gastronomiebetriebe zu stärken. Die Händler lehnten den Plan jedoch ab – sie befürchten, dass dadurch keine zusätzlichen Kunden gewonnen würden. Marco Tews von der SPD signalisierte später, die Fraktion könnte den Vorschlag fallen lassen, um Konflikte zu vermeiden und sich auf tragfähigere Lösungen zu konzentrieren.
AGM-Vorsitzende Maria Plaschka räumte ein, dass die Revitalisierung des Gebiets angesichts von Haushaltskürzungen eine besondere Herausforderung darstelle. Sie schlug einen Förderfonds für neue Einzelhändler vor, betonte jedoch, dass Stadtmarketing allein die Leerstände nicht beheben könne. Zudem kritisierte sie, dass die SPD wichtige Akteure nicht ausreichend einbezogen habe und es an einer konkreten Strategie fehle.
Viele Teilnehmer werteten die Veranstaltung dennoch als Schritt in die richtige Richtung. Plaschka hob hervor, dass trotz unterschiedlicher Meinungen der Dialog zwischen Händlern und Politikern wieder in Gang gekommen sei.
Der Streit um die Fußgängerzone bleibt jedoch ungelöst – die Unternehmer zeigen sich skeptisch, ob das Konzept die gewünschten Effekte bringen würde. Der von der AGM vorgeschlagene Förderfonds könnte eine Alternative bieten, um den angeschlagenen Einzelhandel zu unterstützen. Einig sind sich beide Seiten darin, dass nur eine engere Zusammenarbeit den weiteren Verfall der Straße aufhalten kann.






