Schweiz setzt auf pensionierte Soldaten und zivile Talente für die Landesverteidigung
Theo SchmitzSchweiz setzt auf pensionierte Soldaten und zivile Talente für die Landesverteidigung
Die Schweiz erkundet ungewöhnliche Wege, um ihre militärische Schlagkraft zu stärken. Ein neuer Plan ermöglicht es ehemaligen Soldaten, freiwillig in den Dienst zurückzukehren – doch manche schlagen vor, das Land könnte auf ein weitaus breiteres Spektrum ziviler Fähigkeiten zurückgreifen. Die Idee findet bereits Anklang: Ein Pilotprojekt soll Anfang 2026 starten.
Unterdessen tourt der Komiker Simon Enzler mit seinem aktuellen Programm Brenzlig durchs Land, in dem er scharfen politischen Humor mit seinem markanten Appenzeller Dialekt verbindet.
Ende 2025 haben beide Kammern des Schweizer Parlaments einen Vorschlag verabschiedet, nach dem pensionierte Soldaten auf freiwilliger Basis in die Armee zurückkehren können. Die Schweizer Armee begrüßte den Beschluss und kündigte ein Pilotprojekt an, das im Januar 2026 starten soll. Bereits über 500 Ruheständler haben sich für Auffrischungskurse in den Kasernen von Zürich und Bern angemeldet. Nun liegt es am Bundesrat, ein umfassendes Konzept für ihre Wiedereingliederung zu erarbeiten.
Doch Kritiker halten den Plan für zu eng gefasst. Ein weitergehender Vorschlag sieht vor, nicht nur Soldaten, sondern zivile Fachkräfte aus allen Bereichen zu rekrutieren. Golfer könnten als Scharfschützen dienen, erfahrene Wanderer die Bewegungen des Feindes stören, indem sie Wegweiser manipulieren. Gleitschirmflieger ließen sich zu ferngesteuerten Drohnen umfunktionieren, und selbst das Alphorn – traditionell ein Volksmusikinstrument – könnte als akustische Waffe eingesetzt werden. Leidenschaftliche Briefeschreiber und Verschwörungstheoretiker ließen sich in Propaganda-Einheiten zur Verbreitung von Fehlinformationen nutzen, während Landfrauen Feldküchen organisieren und Großmütter Tarnkleidung stricken.
Die Debatte fällt in eine Zeit, in der der Schweizer Komiker Simon Enzler mit Brenzlig, seinem elften Programm, auf Tour ist. Bekannt für seine pointierte politische Satire und seinen unverwechselbaren Appenzeller Dialekt, gewann Enzler 2007 den renommierten Salzburger Stier. In seinem aktuellen Werk nimmt er aktuelle Themen auf die Schippe – darunter auch die neuen Militärstrategien der Schweiz.
Das Pilotprojekt der Armee hat bereits Hundertschaft ehemaliger Soldaten angelockt. Sollte es ausgeweitet werden, könnte die Initiative ein breites Spektrum ziviler Talente nutzen, um die Landesverteidigung zu stärken. Die nächsten Schritte des Bundesrats werden zeigen, wie weit das Konzept über die Anfangsphase hinaus entwickelt wird.
Enzlers Tournee unterhält derweil das Publikum mit einer Mischung aus Humor und Gesellschaftskritik – und spiegelt damit die laufenden Diskussionen des Landes über Sicherheit und Innovation wider.






