21 March 2026, 20:09

Schulbarometer 2024 entfacht Streit: Wer ist für soziale Ungleichheit zuständig?

Gruppe von Schülern marschiert in Berlin mit einer bunten "Schüler für die Zukunft"-Fahne an Gebäuden, Bäumen und Himmel vorbei.

Schulbarometer 2024 entfacht Streit: Wer ist für soziale Ungleichheit zuständig?

Eine hitzige Debatte ist über die Rolle der Schulen bei der Bekämpfung sozialer Ungleichheit entbrannt. Der Streit entstand nach Veröffentlichung des Deutschen Schulbarometers 2024, das auf eine zunehmende psychische Belastung bei Schülerinnen und Schülern hinwies – insbesondere bei denen aus benachteiligten Verhältnissen. Kritiker werfen dem Philologenverband Nordrhein-Westfalen (PhV) vor, die Ergebnisse falsch zu deuten und notwendige Reformen zu blockieren.

Auslöser der Kontroverse war der Befund des Schulbarometers, wonach die mentale Belastung von Schülerinnen und Schülern gestiegen ist, wobei sozial benachteiligte Gruppen besonders betroffen sind. Der Bericht schlug langfristige Lösungen vor, darunter förderorientierten Unterricht, ein positives Klassenklima und mehr Mitbestimmung der Schüler, um das Wohlbefinden zu verbessern.

Der PhV reagierte mit der Frage, ob Schulen überhaupt für die Bewältigung sozialer Ungleichheit zuständig sein sollten. Diese Haltung stieß auf scharfe Kritik. Harald A. Amelang, Vorstandsmitglied der Landesarbeitsgemeinschaft Eltern für integrative Schulen in NRW (LEiS-NRW), wies die Argumente des PhV als engstirnig und überholt zurück. Die Behauptung, soziale Ungleichheit sei ohnehin nicht lösbar, bezeichnete er als Ausrede, um Verantwortung abzuwehren.

Amelang räumte zwar ein, dass Lehrkräfte gesellschaftliche Probleme nicht allein lösen können – doch diese Feststellung nannte er "banal richtig". Er warf dem PhV vor, bildungspolitische Zusammenhänge zu ignorieren und an veralteten Modellen festzuhalten. LEiS-NRW kritisierte zudem, der Verband betrachte Schulen einseitig durch die Brille des Gymnasiums – also eines selektiven, gestuften Schulsystems.

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Demgegenüber verwies LEiS-NRW auf integrative Schulmodelle, in denen Kinder länger gemeinsam lernen und individuelle Förderung erhalten. Solche Ansätze seien besser geeignet, Ungleichheit abzubauen, als der strukturelle Konservatismus des PhV.

Im Kern geht es in der Auseinandersetzung darum, wie Schulen auf soziale Ungleichheit und das Wohl der Schülerinnen und Schüler reagieren sollen. Der Widerstand des PhV gegen Reformen trifft auf vehemente Ablehnung seitens Elternverbänden und Bildungsaktivisten. Unterdessen bleiben die Empfehlungen des Deutschen Schulbarometers ein zentraler Bezugspunkt für alle, die systemischen Wandel vorantreiben wollen.

Quelle