Preisschock an der Mailänder Scala: Stammgäste protestieren gegen drastische Erhöhungen
Tobias SchwarzPreisschock an der Mailänder Scala: Stammgäste protestieren gegen drastische Erhöhungen
Preiserhöhungen an der Mailänder Scala sorgen für Empörung unter Stammgästen
Die Ticketpreise an der Mailänder Scala sind für bestimmte Plätze stark angestiegen und haben bei treuen Fans Wut ausgelöst. Betroffen sind vor allem Abonnements, deren Kosten von 800 auf 1.050 Euro gestiegen sind. Bei einer jüngsten Vorstellung kam es bereits zu Protesten.
Die Preisanpassungen betreffen 36 Sitze in der zweiten Galerie, wo die Kosten um über 30 Prozent gestiegen sind. Im Schnitt fällt die Erhöhung jedoch moderat aus: Die Plätze in der Galerie kosten in der Spielzeit 2025–26 durchschnittlich 45,56 Euro, im folgenden Jahr dann 46,94 Euro. Die Theaterleitung begründet die Anpassung mit anstehenden Tarifverhandlungen und dem Umzug der Werkstätten in den Stadtteil Rubattino.
Die Preiserhöhung hat heftige Kritik ausgelöst, insbesondere bei den „Loggionisti“ – den Stammgästen in den oberen Rängen. Bei der Premiere von Verdis Carmen regnete es von den Balkonen Flugblätter mit Protest gegen die Teuerung. Die Führung der Scala wiegelt ab und betont, dass nur ein kleiner Teil der Sitze betroffen sei und das Haus derzeit sogar einen Überschuss erwirtschafte.
Intendant Fortunato Ortombina hat versichert, dass es unter seiner Leitung keine weiteren Preiserhöhungen geben werde. Trotz dieser Zusagen bleibt die Scala das teuerste Opernhaus Europas – nur das Salzburger Festspiel übertrifft sie noch bei den Ticketkosten.
Die neuen Preise gelten vorerst weiter. Die Theaterleitung besteht darauf, dass die Änderungen notwendig und begrenzt seien. Doch der Widerstand der engagierten Fans zeigt keine Anzeichen von Nachlassen.






