Mönchengladbach trotzt dem Trend: Weniger Insolvenzen und stetiges Wachstum
Nina HerrmannMönchengladbach trotzt dem Trend: Weniger Insolvenzen und stetiges Wachstum
Mönchengladbach hebt sich als wirtschaftlicher Leuchtturm in Deutschland ab und trotzt bundesweiten Trends: Hier sinken die Insolvenzzahlen, während das Wachstum stabil bleibt. Während benachbarte Städte mit zunehmenden finanziellen Problemen kämpfen, hat die Stadt die Insolvenzverfahren um 7,5 Prozent reduziert und hält seit 2016 einen konstanten Gewerbesteuerhebesatz. Experten führen diesen Erfolg auf eine Mischung aus langfristigen Investitionen und einer breit aufgestellten Wirtschaft zurück.
Die wirtschaftliche Stärke der Stadt speist sich aus Schlüsselsektoren wie Logistik, Maschinenbau, Gesundheitswesen und modernen Dienstleistungen. Diese Vielfalt hat ihr geholfen, allgemeine Abschwungphasen zu überstehen – darunter auch den Anstieg der Unternehmensinsolvenzen in Nordrhein-Westfalen um 23,4 Prozent im Jahr 2024. Bundesweit stiegen die Firmenpleiten um 8 bis 10 Prozent, doch Mönchengladbach verzeichnete einen Rückgang der Unternehmensinsolvenzen um 8,0 Prozent und bei Verbraucherinsolvenzen sogar um 9,0 Prozent.
Investitionen haben eine zentrale Rolle für diese Widerstandsfähigkeit gespielt. Mit 50 Millionen Euro wurde der Nordpark Campus (2022–2025) ausgebaut, der nun Bildungsstandorte wie die TH Köln und die FH Aachen beherbergt. Weitere 120 Millionen Euro flossen in den Verkehrsausbau, etwa in die Radschnellverbindung Euregioweg. Die digitale Infrastruktur deckt mittlerweile 80 Prozent der Haushalte mit Glasfasernetzen ab – ein Ziel, das ursprünglich für 2024 gesetzt war. Diese Maßnahmen haben 2.500 Arbeitsplätze geschaffen, Technologieunternehmen angelockt und das jährliche BIP-Wachstum seit 2023 um 3,2 Prozent gesteigert.
Zusätzliche Projekte sichern die Zukunft der Stadt. Der Wissens- und Innovationscampus Textilfabrik 7.0 sowie ein neuer Gewerbepark am Flughafen sollen das Wachstum weiter vorantreiben. Lokale Einrichtungen wie die Hochschule Niederrhein sorgen zudem für einen stetigen Nachschub an Fachkräften und stärken so den Mittelstand, der das Rückgrat der Wirtschaft bildet.
Im IW-Dynamikranking 2024, das die wirtschaftliche Entwicklung in 401 deutschen Regionen misst, belegt Mönchengladbach Platz 27. Der Gewerbesteuerhebesatz liegt seit 2016 unverändert bei 490 Prozent, und die Stadt ist die einzige Großstadt im Regierungsbezirk Düsseldorf mit rückläufigen Insolvenzzahlen. Die Kombination aus zielgerichteten Ausgaben, starken Branchen und qualifizierten Arbeitskräften setzt sie deutlich von ihren kämpfenden Nachbarstädten ab.