17 March 2026, 10:10

Gedenken in Bergisch Gladbach: Zweiter Jahrestag des Hamas-Angriffs auf Israel fast unbemerkt

Eine große Wand zeigt verschiedene Bilder, einen gelben Stuhl, israelische Regierungsflaggen auf Stangen, eine Tafel mit dem Text "Bring Them Home Now", einen wandmontierten Bildschirm, Deckenleuchten und andere Gegenstände.

Gedenken in Bergisch Gladbach: Zweiter Jahrestag des Hamas-Angriffs auf Israel fast unbemerkt

Gedenkveranstaltungen in Bergisch Gladbach markieren zweiten Jahrestag des Hamas-Angriffs auf Israel

Eine Reihe von Mahnwachen in Bergisch Gladbach erinnerte an den zweiten Jahrestag des Hamas-Angriffs auf Israel. Die Veranstalter zeigten sich besorgt, nachdem weder Anwohner noch lokale Vertreter an den Gedenkveranstaltungen teilgenommen hatten. Einige Teilnehmer berichteten zudem von feindseligen Reaktionen Passanten gegenüber während der Kundgebungen.

Die erste Mahnwache begann um 6:56 Uhr am Holocaust-Mahnmal, wo sich etwa zwölf Menschen versammelten, um der Opfer zu gedenken. Später, um 18 Uhr, trafen sich rund vierzig Demonstranten auf dem Trotzenburgplatz, um die Freilassung der noch immer von der Hamas festgehaltenen Geiseln zu fordern. Diese wöchentlichen Kundgebungen finden seit zwei Jahren jeden Dienstag statt – doch in dieser Woche blieben sowohl lokale Vertreter als auch Passanten fern.

Auffällig war, dass die israelische Flagge während der Gedenkveranstaltungen am Rathaus nicht gehisst wurde. Zwei Polizeibeamte sicherten die Veranstaltungen ab, um Zwischenfälle zu verhindern, nachdem es bei früheren Mahnwachen zu verbalen Angriffen gekommen war. Die Organisatoren vom Verein Ganey Tikva berichteten von provokativen Reaktionen, darunter der Vorwurf, Israel habe den Angriff vom 7. Oktober 2023 bewusst zugelassen, um einen Krieg zu beginnen. Einige Passanten bezeichneten Israel als "Terrorstaat", zeigten den Stinkefinger oder forderten mehr Aufklärung über den Konflikt.

Eine separate Kundgebung auf dem Konrad-Adenauer-Platz stieß ebenfalls auf keine Resonanz in der Öffentlichkeit. Die Gleichgültigkeit war umso bemerkenswerter, als die Veranstaltungen mit dem Jahrestag des Hamas-Angriffs zusammenfielen, bei dem in Israel mehr als 1.200 Menschen getötet und über 250 als Geiseln verschleppt wurden.

Die Mahnwachen endeten ohne größere Störungen, doch die Organisatoren äußerten wachsende Frustration über die öffentliche Gleichgültigkeit und gelegentliche Feindseligkeit. Dank des Polizeieinsatzes verliefen die Veranstaltungen friedlich. Der Verein Ganey Tikva hat noch nicht bekannt gegeben, ob künftige Kundgebungen unter ähnlichen Bedingungen fortgesetzt werden.

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