Lünens Haushalt 2025 genehmigt – doch die Schuldenkrise bleibt ungelöst
Tobias SchwarzLünens Haushalt 2025 genehmigt – doch die Schuldenkrise bleibt ungelöst
Die Stadt Lünen in Nordrhein-Westfalen hat die Zustimmung für ihren Haushalt 2025 und den Finanzsanierungsplan erhalten. Der Kreistag Unna gab am 14. Oktober grünes Licht – fünf Tage nach der von Bürgermeister Jürgen Kleine-Frauns angekündigten Vorlage. Der Beschluss fällt in eine Zeit zunehmender finanzieller Belastungen: Die Defizite der Stadt sind in den letzten Jahren weit über den Landesdurchschnitt gestiegen.
Lünens finanzielle Probleme haben sich in den vergangenen fünf Jahren verschärft. Zwischen 2021 und 2025 stieg das jährliche Haushaltsdefizit um etwa 25 Prozent auf über 40 Millionen Euro an. Dieser Anstieg übertrifft den vieler anderer Städte im Land, wo etwa Dortmund und Gelsenkirchen ihre Fehlbeträge um 10 bis 15 Prozent reduzieren konnten. Ursachen für Lünens Abwärtstrend sind eine schrumpfende Bevölkerung, der industrielle Niedergang und steigende Sozialausgaben.
Anders als Städte wie Duisburg, die durch Stellenabbau, Privatisierungen, EU-Fördergelder und Steuererhöhungen ihre Haushalte stabilisierten, gelang es Lünen nicht, die Ausgaben einzudämmen. Der nun verabschiedete Finanzsanierungskonzept (FSK) sieht 127 Maßnahmen im Volumen von rund 429 Millionen Euro vor. Dazu zählen Ausgabenkürzungen, Gebührenanpassungen, digitale Effizienzsteigerungen und die langfristige Nutzung alter Schuldenbefreiungsgesetze.
Bürgermeister Kleine-Frauns hatte den Haushaltsentwurf bereits am 9. Oktober im Rat vorgestellt. Stadtkämmerer Dr. André Jethon und die von ihm geleitete Finanzkommission erarbeiteten den Plan. Ohne erhebliche Unterstützung von Bund und Land bleibt das Ziel eines ausgeglichenen Haushalts bis 2035 jedoch fraglich.
Die beschlossenen Unterlagen, darunter der Haushalt 2025 und der Stellenplan, sind nun online unter www.ourwebsite/haushalt einsehbar.
Die Haushaltsgenehmigung ermöglicht Lünen die Finanzierung freiwilliger Projekte und neuer Investitionen. Dennoch stehen die Verantwortlichen vor großen Herausforderungen, um die langfristige Finanzlücke zu schließen. Experten warnen, dass das 2035er-Ziel nur mit beträchtlicher externer Hilfe erreichbar ist.