28 April 2026, 08:18

Klimaproteste am Flughafen Köln/Bonn: Aktivisten müssen vor Gericht

Eine große Gruppe von Menschen sitzt und steht in einem Flughafen während einer Protestaktion, wobei einige Taschen und Papiere halten, während im Hintergrund Schilder mit Text, Schaufensterpuppen in Kleidern und Deckenleuchten zu sehen sind.

Klimaproteste am Flughafen Köln/Bonn: Aktivisten müssen vor Gericht

Klimaschutzaktivisten müssen sich nach zwei getrennten Protestaktionen am Flughafen Köln/Bonn im Juli und August wegen Flugbehinderungen vor Gericht verantworten. Gegen sechs Personen wurden nun Anklagen wegen Hausfriedensbruchs und Sachbeschädigung erhoben. Zudem fordern Behörden und Fluggesellschaften Schadensersatz für entstandene finanzielle Verluste.

Bei dem ersten Vorfall am 24. Juli hatten sich nach Angaben der Ermittler fünf Aktivisten auf eine Startbahn geklebt. Daraufhin musste der Flugbetrieb für drei Stunden eingestellt werden. Die Fluggesellschaft Eurowings kündigte später an, fast 284.000 Euro für die durch die Verzögerungen entstandenen Schäden geltend zu machen.

Jeder der fünf Protestierenden erhielt eine Rechnung über etwa 4.100 Euro für ihre Beteiligung an der Aktion im Juli. Bisher wurden noch keine offiziellen Verfahren eingeleitet, und ein Prozesstermin steht noch aus.

Ein zweiter Protest ereignete sich am 15. August, als sich zwei Personen laut Berichten an einer Zufahrtsstraße zu einer Startbahn festketten. Dadurch kam es zu einer etwa einstündigen Unterbrechung des Flugbetriebs. Den beiden Aktivisten drohen nun Kosten in Höhe von rund 3.250 Euro pro Person.

Auch der Flughafen Köln/Bonn behält sich vor, eigene Forderungen geltend zu machen und schätzt die vorläufigen Schäden auf etwa 125.000 Euro. Die Anklagen wurden beim Amtsgericht Köln eingereicht; allen sechs Aktivisten wird Hausfriedensbruch und Sachbeschädigung vorgeworfen.

Das juristische Verfahren steckt noch in den Anfängen – eine Entscheidung, ob es zu offiziellen Prozessen kommt, steht noch aus. Sollten die Aktivisten für schuldig befunden werden, könnten sie mit finanziellen Strafen für ihre Rolle bei den Behinderungen rechnen. Sowohl der Flughafen als auch die betroffenen Airlines prüfen weiterhin das Ausmaß ihrer Verluste.

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