14 March 2026, 06:22

Günther Jauch kauft Loriots Kult-Haus am Starnberger See

Eine Schwarz-Weiß-Zeichnung eines Wohnzimmers mit einer Couch, Stühlen, einem Tisch, Kissen und Vorhängen, mit dem Text "Bernhard Pankke in Stuttgart" unten.

Günther Jauch kauft Loriots Kult-Haus am Starnberger See

Günther Jauch hat das ehemalige Wohnhaus von Vicco von Bülow am Starnberger See erworben. Der verstorbene Komiker, besser bekannt als Loriot, hinterließ ein Erbe aus ikonischen Filmen und literarischen Werken. Jauch, ein langjähriger Verehrer von Loriots Humor, ist nun Besitzer des Anwesens, in dem viele der künstlerischen Ideen des Satirikers entstanden.

Das Haus nimmt einen besonderen Platz in der deutschen Kulturgeschichte ein. Loriot, mit bürgerlichem Namen Bernhard Viktor Christoph Karl von Bülow, stammte aus einer adligen mecklenburgischen Familie, und sein Künstlername wurde vom Pirol – dem Wappenvogel seiner Familie – inspiriert.

Loriots Karriere umfasste mehrere Jahrzehnte und begann in den 1950er-Jahren mit humorvollen Büchern. Titel wie Der gute Ton – Ein unentbehrliches Handbuch für feine Leute und Reinhold das Nashorn – Zwei Experten enthüllen 20 erprobte Liebestrick prägten seinen scharfsinnigen, satirischen Stil. Später folgten zwei beliebte Filme: Ödipussi (1988) und Pappa ante Portas (1991), beide mit Evelyn Hamann, seiner Leinwandpartnerin seit 1976.

Berühmte Szenen aus Pappa ante Portas entstanden an wiedererkennbaren Orten. Der Speiseraum der Familie Lohse – wenn auch ohne Dieter Lohse – ist Fans sofort vertraut. Renate Lohses Mutter feierte ihren Geburtstag auf dem Ahlbecker Pier in Usedom, während Heinrich Lohse seine Stelle im Berliner Axel-Springer-Hochhaus verlor. Selbst außerhalb Deutschlands diente das ehemalige Hotel International im Prager Stadtteil Smíchov als Kulisse für die "Öffentliche Versicherungsanstalt".

Jauchs Engagement für den Kulturerhalt ist nicht neu: Er unterstützte bereits die Restaurierung des Marmorpalais in Potsdam am Heiligen See. Seine Bewunderung für Loriots Scharfsinning dürfte den Kauf motiviert haben, auch wenn viele Werke des Komikers an anderen Orten entstanden. Das Haus steht nun als private Hommage an einen der bedeutendsten Satiriker Deutschlands.

Die Immobilie am Starnberger See reiht sich in Jauchs Bemühungen ein, kulturelle Wahrzeichen zu bewahren. Loriots Filme und Schriften wirken bis heute nach – Schauplätze wie der Ahlbecker Pier oder das Axel-Springer-Gebäude bleiben mit seinem Werk verbunden. Während das Haus den Besitzer wechselt, bleibt seine Verbindung zu Loriots Schaffen ungebrochen.

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