Großrazzia in NRW: Kriminelles Netzwerk entsorgt gefährliche Abfälle illegal
Nina HerrmannGroßrazzia in NRW: Kriminelles Netzwerk entsorgt gefährliche Abfälle illegal
Großrazzia in Nordrhein-Westfalen: Ermittlungen gegen illegale Abfallentsorgung
In Nordrhein-Westfalen hat sich eine großangelegte Untersuchung zu illegaler Abfallentsorgung entwickelt. Seit eineinhalb Jahren verfolgen die Behörden ein kriminelles Netzwerk, dem vorgeworfen wird, im großen Stil mit gefährlichen Stoffen gehandelt zu haben. Die Ermittlungen erstrecken sich mittlerweile auf mehr als 40 Verdächtige, die mit den Machenschaften in Verbindung stehen sollen.
Im Mittelpunkt des Falls steht ein Abfallmakler aus Unna, dem vorgeworfen wird, illegale Deponien betrieben, gefährliche Substanzen unsachgemäß behandelt und Betrug organisiert zu haben. Den Ermittlern zufolge sollen er und seine Komplizen seit Januar 2024 gefährliche Abfälle angenommen, vermischt und falsch deklariert haben, um Kunden und Aufsichtsbehörden zu täuschen.
Bei einer Durchsuchung des Fahrzeugs des Hauptverdächtigen fanden Beamte 120.000 Euro in bar, 200 Gramm Gold und weitere Wertgegenstände. Der Mann ist vorbestraft – unter anderem wegen Bestechung, Steuerhinterziehung und einer früheren Affäre, bei der zwischen 2010 und 2013 rund 25.000 Tonnen Ölpellets illegal in einer Tongrube bei Schermbeck entsorgt worden waren.
Einer der jüngsten Vorfälle betrifft 23.000 Tonnen belastete Erde, die auf einem Gewerbegelände in Selfkant nahe der niederländischen Grenze abgeladen wurden. Weitere verdächtige Standorte sind unter anderem der Tagebau Garzweiler. Unterdessen erweitert die Zentralstelle zur Bekämpfung der Umweltkriminalität weiterhin ihre Ermittlungen.
Die Staatsanwaltschaft bestätigte, dass bisher keine Unternehmen in Nordrhein-Westfalen als direkt oder indirekt in die illegale Entsorgung verwickelt identifiziert wurden. Unabhängig davon leitet die Stadt Gelsenkirchen Schritte ein, um Abfallerzeuger und -lieferanten nach dem Kreislaufwirtschaftsgesetz zur Verantwortung zu ziehen.
Die Ermittlungen dauern an, wobei mittlerweile über 40 Personen im Fokus der Behörden stehen. Vermögenswerte wurden beschlagnahmt, und mehrere Standorte werden auf Spuren illegaler Abfallentsorgung untersucht. Der Fall unterstreicht die Bemühungen, strengere Abfallvorschriften durchzusetzen und die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen.