16 March 2026, 00:46

Gelsenkirchens vergessener Müllberg: Wer zahlt für die Million Tonnen Abfall?

Plakat für Hannover, Deutschland, mit einigen Gebäuden, Bäumen und Textinformationen über die Stadt.

Gelsenkirchens vergessener Müllberg: Wer zahlt für die Million Tonnen Abfall?

Eine der größten illegalen Mülldeponien Deutschlands liegt verlassen am Rhein-Herne-Kanal in Gelsenkirchen

Der gewaltige Abfallberg, der seit fast acht Jahren unberührt bleibt, enthält rund eine Million Tonnen Müll – genug, um 40.000 Lastwagen zu füllen. Die einst für das Gelände verantwortliche Becker-Gruppe ist längst verschwunden und hat eine kostspielige Umweltaltlast hinterlassen.

Jahre lang wuchs der Müllberg, da benachbarte Städte und der eigene Entsorgungsbetrieb Gelsenkirchens dort Abfälle ablagerten. Akten zufolge lieferte Gelsendienste, das städtische Entsorgungsunternehmen, seit 1993 über eine halbe Million Tonnen an. Weitere 11.000 Tonnen stammten vom Abfallwirtschaftsbetrieb Herne, der nun teilweise zur Verantwortung gezogen wird. Auf dem Gelände lagern Verbrennungsasche, Bauschutt und anderer Müll; die Lieferprotokolle verzeichnen 361.436 Einträge – doch die genaue Zahl der Lieferanten bleibt unklar.

Probleme waren selbst während des Betriebs der Anlage sichtbar: Radlader wirbelten Aschewolken auf, und der Wind trug grauen Staub in benachbarte Gärten. Nach der Pleite der Becker-Firmen verfiel das Gelände. Nun ermittelt das Umweltamt Gelsenkirchen mithilfe des Kreislaufwirtschaftsgesetzes, wer für den Müll verantwortlich ist.

Die Beseitigungskosten werden sich auf Zehnmillionenbeträge belaufen. Die Stadt rechnet damit, dass die Rechnung für die Räumung des gesamten Müllbergs einen hohen zweistelligen Millionenbetrag erreichen wird.

Die verlassene Deponie ist für Gelsenkirchen eine finanzielle und ökologische Belastung. Die Behörden gehen gegen die Verursacher vor, um die Entsorgungskosten in Millionhöhe einzutreiben. Doch eine schnelle Lösung ist nicht in Sicht – das Gelände bleibt ein ungelöstes Problem am Kanal.

AKTUALISIERUNG

Gelsenkirchens illegaler Müllentsorgungskosten jetzt über 70 Millionen Euro

Die geschätzten Kosten für die Beseitigung des illegalen Mülls in Gelsenkirchens Hafen Grimberg wurden auf mindestens 70 Millionen Euro revidiert. Diese scharfe Erhöhung gegenüber dem zuvor genannten zweistelligen Millionenbereich zeigt die Dimension der finanziellen Belastung. Das Umweltamt Gelsenkirchen steht nun vor einer komplexen rechtlichen Schlacht, um diese Kosten von den identifizierten Müllproduzenten zurückzufordern.