Fünf Jahre Haft für IS-Mitglied aus Moers wegen Terrorunterstützung in Syrien
Tobias SchwarzKriegsverbrechen: Fünf Jahre Haft für IS-Mitglied - Fünf Jahre Haft für IS-Mitglied aus Moers wegen Terrorunterstützung in Syrien
Ein 49-jähriger Mann ist wegen seiner Verstrickung in die Terrororganisation "Islamischer Staat" (IS) zu fünf Jahren Haft verurteilt worden. Der Prozess, der Mitte März begann, konzentrierte sich auf seine Aktivitäten zwischen 2014 und 2016 in Syrien. Sowohl die Anklage als auch die Verteidigung hatten unterschiedliche Urteile gefordert; das Endurteil ist jedoch noch nicht rechtskräftig und kann angefochten werden.
Der Angeklagte, der bis zu seiner Festnahme in Moers lebte, wurde der Mitgliedschaft in einer ausländischen terroristischen Vereinigung für schuldig befunden. Die Staatsanwaltschaft argumentierte, er habe in Syrien Grundstücke ausgekundschaftet, bei der Beschlagnahmung von Häusern mitgewirkt und anderen IS-Mitgliedern logistische Unterstützung geleistet. Zwar erkannte das Gericht seine Beteiligung an Kriegsverbrechen an, sprach ihn jedoch mangels Beweisen vom Vorwurf der Beihilfe zum Völkermord und der sexuellen Ausbeutung von Jesidinnen frei.
Die Bundesanwaltschaft hatte sieben Jahre Haft gefordert, während die Verteidigung auf eine Bewährungsstrafe plädierte. Der Mann verließ den IS 2016 aus eigenem Antrieb und reiste 2021 als Flüchtling nach Deutschland ein. Das Urteil ist noch nicht in Rechtskraft erwachsen, da sowohl der Angeklagte als auch der Generalbundesanwalt Revision beim Bundesgerichtshof einlegen können.
Der Fall reiht sich in eine Serie jüngster Verurteilungen im Zusammenhang mit der Finanzierung des IS ein. So wurden in Hamburg vier Tschetschenen im Sommer 2022 bis Juli 2024 zu Haftstrafen von bis zu 8,5 Jahren verurteilt, weil sie Gelder gesammelt und weitergeleitet hatten. Ein weiterer Mittäter, Yusup M., erhielt im September 2025 in Wien eine Strafe von 4,5 Jahren.
Die fünfjährige Haftstrafe spiegelt die Einschätzung des Gerichts über die Rolle des Mannes innerhalb des IS wider, auch wenn einige Anklagepunkte fallen gelassen wurden. Da eine Revision möglich ist, könnte der Fall weitere juristische Verfahren nach sich ziehen. Das Urteil fügt sich in eine Reihe von Verurteilungen ein, die mit IS-Aktivitäten in ganz Europa in Verbindung stehen.






