Eltern in Willich kämpfen um ihre Kita Alperof vor der Verlegung
Eltern in Willich wehren sich gegen Pläne, die örtliche Kindertagesstätte Kita Alperof zu verlegen. Ihre Bedenken kommen zu einer Zeit, in der die Stadt mit sinkenden Anmeldungen für Betreuungsplätze und Haushaltskürzungen zu kämpfen hat – was bereits zum Stopp von Bauprojekten geführt hat. Nun wurde eine Kampagne gestartet, um die Betreuungsangebote in Wohnortnähe zu erhalten.
Im März 2023 hatten Elternvertreter:innen und der Förderverein der Kita Alperof in einem offenen Brief an Bürgermeister Pakusch gegen die geplante Verlegung protestiert. Eine Antwort blieb aus. Seitdem hat die Gruppe den Bürgermeister zu direkten Gesprächen eingeladen, um die Betreuungsengpässe im Norden und Nordosten Willichs zu thematisieren.
Das einzige verbleibende Neubauprojekt für Kinderbetreuung in der Stadt ist das generationenübergreifende Zentrum Reinershof, wohin die Kita Alperof verlegt werden soll. Doch die Beteiligung eines externen Investors wirft Fragen zur Finanzierung und zur Rolle der Stadt in dem Vorhaben auf.
Unterdessen wurden zwei weitere geplante Kitas in Willich gestrichen. Als Gründe nennt die Verwaltung Haushaltszwänge und einen deutlichen Rückgang der Anmeldungen – minus 15 Prozent von 2021 bis 2025, wobei der stärkste Einbruch mit acht Prozent im Jahr 2023/24 zu verzeichnen war. Der Rückgang hängt mit sinkenden Geburtenraten, mehr Homeoffice nach der Pandemie und einer Zunahme privater Betreuungslösungen zusammen.
Als Reaktion haben Eltern die Kampagne "Kleine Füße, kurze Wege" ins Leben gerufen. Sie argumentieren, dass Betreuung vor Ort Stress reduziert, Zeit spart und allen Familien einen fairen Zugang zu früher Bildung ermöglicht.
Die Initiative fordert eine Neuausrichtung der Willicher Kita-Strategie mit Fokus auf wohnortnahe Einrichtungen. Angesichts sinkender Anmeldungen und gestrichener Projekte steht die Stadt nun vor der Herausforderung, Haushalte zu konsolidieren und gleichzeitig den Bedürfnissen der Familien gerecht zu werden. Die Gespräche mit dem Bürgermeister könnten die künftige Kinderbetreuung in der Region maßgeblich prägen.






