Düsseldorfs umstrittenes Drogenhilfezentrum: 3,3 Millionen Euro für Zürcher Modell in Oberbilk
Jana BraunDüsseldorfs umstrittenes Drogenhilfezentrum: 3,3 Millionen Euro für Zürcher Modell in Oberbilk
Düsseldorf treibt die Pläne für ein neues Drogenhilfezentrum in Oberbilk voran. Die Stadt hat 3,3 Millionen Euro bereitgestellt, um ein System nach Zürcher Vorbild einzuführen. Doch der lokale Widerstand bleibt stark – mehr als 2.200 Anwohner haben eine Petition gegen das Projekt unterzeichnet.
Das Zentrum soll suchtkranken Menschen eine betreute Anlaufstelle bieten. Kritiker halten den gewählten Standort in der Nähe von Schulen und Kitas jedoch für ungeeignet. Bei einer öffentlichen Versammlung am Donnerstag sollen die Bedenken von Anwohnern und lokalen Gruppen thematisiert werden.
Das geplante Zentrum wird nach einem gestuften, modularen Konzept arbeiten. Ab diesem Sommer sollen Beratungsangebote, medizinische Grundversorgung und psychiatrische Betreuung angeboten werden. Die Stadtverwaltung betont, dass die Einrichtung die Sicherheit erhöhen werde, indem der Drogenkonsum auf der Straße zurückgedrängt wird.
Das Konzept orientiert sich am "Zürcher Modell", doch wie genau es umgesetzt werden soll, ist noch unklar. Im Haushalt der Stadt sind bereits 3,3 Millionen Euro für das Projekt veranschlagt, mit Fokus auf das Gebiet um den Hauptbahnhof.
Seit Bekanntwerden der Pläne hat der Widerstand zugenommen. Die "Bürgerinitiative Eisenstraße" argumentiert, das Zentrum verstoße gegen geltendes Recht und berge Risiken für nahegelegene Schulen und Kindertageseinrichtungen. Ihre Petition wurde von über 2.200 Bürgern unterzeichnet.
An der Donnerstagsveranstaltung nehmen Vertreter aus der Sozialberatung und der Straßenarbeit teil. Sie werden über die Ziele des Projekts informieren und auf die Sorgen der Anwohner zu Sicherheit und Standortwahl eingehen.
Die Stadt hält daran fest, dass das Zentrum notwendige Hilfe für gefährdete Menschen bieten und gleichzeitig den öffentlichen Raum sicherer machen werde. Doch die rechtlichen Bedenken der Initiative und der Widerstand aus der Bevölkerung könnten die Pläne verzögern oder verändern. Das Ergebnis der Donnerstagsveranstaltung könnte über die nächsten Schritte entscheiden.