Düsseldorfs dunkles Kapitel: Zwei antisemitische Anschläge vor 25 Jahren prägten die Stadt
Jana BraunDüsseldorfs dunkles Kapitel: Zwei antisemitische Anschläge vor 25 Jahren prägten die Stadt
Vor 25 Jahren wurde Düsseldorf innerhalb weniger Monate von zwei antisemitischen Anschlägen erschüttert. Der erste war ein Brandanschlag auf eine Synagoge im Oktober 2000, gefolgt von einer Bombenexplosion am S-Bahnhof Wehrhahn im Juli 2001. Während zwei Männer später wegen des Angriffs auf die Synagoge verurteilt wurden, bleibt der Bombenanschlag bis heute unaufgeklärt.
Das erste Ereignis ereignete sich in der Nacht vom 2. auf den 3. Oktober 2000, als ein Brandanschlag auf die Synagoge verübt wurde. Ein Anwohner bemerkte die Flammen und konnte sie löschen, bevor größerer Schaden entstand. Verletzte gab es nicht.
Zwei Monate später, am 27. Juli 2000, detonierte eine Bombe am S-Bahnhof Wehrhahn. Bei der Explosion wurden zehn Menschen verletzt, darunter sechs Mitglieder der jüdischen Gemeinde; eine Frau erlitten durch den Anschlag eine Fehlgeburt. Ein Verdächtiger wurde festgenommen, später jedoch mangels Beweisen freigesprochen.
Der damalige Bundeskanzler Gerhard Schröder besuchte den Tatort und rief zu einem "Aufstand der Anständigen" gegen Hass und Hetze auf. Im Jahr 2001 wurden zwei Personen wegen ihrer Beteiligung am Brandanschlag auf die Synagoge verurteilt. Dennoch blieb der Bombenanschlag ungesühnt.
Michael Szentei-Heise, ehemaliger Verwaltungsdirektor der Jüdischen Gemeinde Düsseldorf, betont seitdem die Notwendigkeit anhaltender Wachsamkeit. Viele jüdische Bürger der Stadt vermeiden es aus Angst bis heute, sich öffentlich als solche zu erkennen zu geben.
In diesem Jahr wird die Gemeinde an den Jahrestag des Synagogenanschlags erinnern und zugleich der Opfer des Hamas-Terrorangriffs vom 7. Oktober 2023 gedenken.
Der unaufgeklärte Bombenanschlag und die anhaltenden Ängste zeigen, wie nachhaltig diese Taten wirken. Zwar sind keine größeren Sicherheitsaufrüstungen für jüdische Einrichtungen in Düsseldorf dokumentiert, doch seit Oktober 2023 hat die Zahl antisemitischer Vorfälle in ganz Deutschland stark zugenommen. Die Forderungen nach besserem Schutz für jüdische Stätten und Gedenkorte werden daher immer lauter.






