Dortmund kämpft gegen wachsende rechtsextreme Szene und Jugendradikalisierung
Jana BraunDortmund kämpft gegen wachsende rechtsextreme Szene und Jugendradikalisierung
Dortmund verzeichnet starken Anstieg rechtsextremer Aktivitäten
In Dortmund hat die rechtsextreme Szene deutlich an Fahrt aufgenommen: Die Polizei registrierte 2024 insgesamt 295 politisch motivierte Straftaten – fast doppelt so viele wie im Vorjahr. Viele der Fälle betrafen Propaganda und Hassrede, während zugleich immer mehr junge Menschen in extremistische Kreise abrutschen. Die Behörden reagieren mit verschärften Ermittlungen und präventiven Maßnahmen, um die Entwicklung einzudämmen.
Besonders sichtbar wurde der Aufschwung der rechten Szene im April 2024, als die rechtsextreme Partei Die Heimat in Dortmund-Dorstfeld ihren Jugendverband Junge Nationalisten gründete. Die Polizei startete umgehend ein eigenes Projekt zur Beobachtung der Gruppe. Bis September 2025 hatte sich daraus eine dauerhafte Sonderermittlungseinheit entwickelt.
Die Ermittlungen zeigten, dass von den 77 neu identifizierten Personen mit Bezügen zur rechtsextremen Szene die Mehrheit jung war: 67 von ihnen waren Minderjährige, Jugendliche oder sogar Kinder. Viele hatten zuvor keine Vorstrafen wegen extremistischer Aktivitäten, was die Überwachung erschwerte. Zudem stellten die Behörden fest, dass rechtsextreme Gruppen gezielt junge Menschen anwerben.
Um dem Trend entgegenzuwirken, setzten die Beamten auf eine Mischung aus präventiven und repressiven Maßnahmen. Gab es Hinweise darauf, dass jemand an einer rechtsextremen Veranstaltung teilgenommen hatte, gingen sie der Sache nach und griffen ein. Gleichzeitig wurden Unterstützungsprogramme für Gefährdete angeboten, um einer Radikalisierung vorzubeugen.
Die Ausweitung der Sonderermittlungseinheit zu den Jungen Nationalisten unterstreicht das langfristige Engagement der Behörden im Kampf gegen Rechtsextremismus in Dortmund. Angesichts von fast 300 erfassten Straftaten im Jahr 2024 und einer beträchtlichen Zahl beteiligter Jugendlicher liegt der Fokus weiterhin auf frühzeitiger Intervention und laufenden Ermittlungen. Ziel ist es, die Nachwuchsrekrutierung zu unterbinden und die Verbreitung extremistischer Ideologien in der Stadt einzudämmen.