Bundesrechnungshof warnt vor explodierender Staatsverschuldung bis 2029
Jana BraunBundesrechnungshof warnt vor explodierender Staatsverschuldung bis 2029
Bundesrechnungshof warnt vor dramatisch steigender Staatsverschuldung
Der Bundesrechnungshof hat eine dringende Warnung vor der wachsenden Schuldenlast Deutschlands ausgesprochen. Kay Scheller, der Präsident des Rechnungshofs, bezeichnete die Finanzpolitik der Regierung als ein "gigantisches Taschenspielertrick" und forderte die Verantwortlichen auf, sich endlich den unangenehmen Entscheidungen zu stellen. Die bisherigen Ausgabenversprechen seien schlicht nicht mehr tragbar.
Scheller verwies darauf, dass die Bundesverschuldung bis 2029 auf 2,7 Billionen Euro ansteigen werde – ohne die Schulden der Länder und Kommunen, die weitere 800 Milliarden Euro ausmachen. Sein Haus kritisiert seit Langem solche Finanzmanöver und nennt als Beispiel den 500-Milliarden-Sondervermögen "Klima- und Transformationsfonds" (SVIK), der im März 2025 aufgelegt wurde. Ursprünglich für Klima- und Infrastrukturprojekte gedacht, sollten daraus über zwölf Jahre hinweg 300 Milliarden Euro in Bundesinvestitionen fließen. Doch bereits bis März 2026 waren rund 37 Milliarden Euro abgerufen worden, verteilt auf Bundesvorhaben, Länderprojekte und Klimamaßnahmen.
Besonders problematisch sei, so Scheller, dass die Schulden zunehmend über Kredite mit deutlich höheren Zinsen finanziert würden. Zudem basierten die aktuellen Prognosen auf der Annahme, dass keine neuen Krisen aufkämen. Statt die Ausgaben zu kürzen, suchten Politiker jedoch weiter nach neuen Geldquellen. Der Rechnungshofpräsident deutete sogar an, dass einige dieser Finanztricks vor dem Bundesverfassungsgericht auf rechtliche Bedenken stoßen könnten.
Alleine 2025 waren 19 Milliarden Euro für Bundesinvestitionen vorgesehen, der Rest floss in Klima- und Regionalfonds. Scheller machte unmissverständlich klar: Die Regierung dürfe sich nicht länger etwas vormachen – der aktuelle Kurs führe in die finanzielle Schieflage. Ohne Kurskorrektur drohe dem Land eine noch tiefere Instabilität.
Die Warnungen kommen zu einer Zeit, in der die Schuldenlast Deutschlands immer drückender wird. Schellers Äußerungen unterstreichen den wachsenden Druck auf die Politik, die Ausgabenpolitik grundlegend zu überdenken. Ohne Gegensteuerung könnte sich die finanzielle Lage des Landes in den kommenden Jahren weiter verschärfen.