29 April 2026, 12:10

Betrügerische Facebook-Anzeige lockt Essener in teure Nahverkehrs-Falle

Plakat mit Text und Logo, auf dem steht: "Wenn Unternehmen versteckte Nebenkosten in Familienrechnungen unterbringen, können sie monatlich Hunderte Dollar herausziehen."

Betrügerische Facebook-Anzeige lockt Essener in teure Nahverkehrs-Falle

Gefälschte Facebook-Anzeige lockt Tausende in Essen in die Kostenfalle

Eine betrügerische Facebook-Anzeige hat tausende Menschen in Essen und der Umgebung hereingelegt. Der Beitrag verspricht sechs Monate lang kostenlosen Nahverkehr – doch die Opfer zahlen Gebühren, ohne jemals ein Ticket zu erhalten. Die Behörden haben bestätigt, dass es sich um einen Schwindel handelt, doch die Seite war Stand 23. Juli 2025 weiterhin aktiv.

Der Betrug begann mit einem Facebook-Post einer neu erstellten Seite namens "ÖPNV Essen". Die Seite, die am selben Tag wie die Anzeige eingerichtet wurde, zählt zwar nur drei Follower, erreichte durch bezahlte Werbung jedoch über 4.400 Aufrufe. Darin hieß es, 500 Anwohner könnten für 2,35 Euro eine Smartcard erwerben, die ihnen ein halbes Jahr lang kostenlose Fahrten mit den Diensten der Ruhrbahn ermögliche. Der Beitrag nutzte Bilder lokaler Busse und Bahnen sowie das Logo des Verkehrsverbunds Rhein-Ruhr (VRR) auf einer gefälschten "Chipkarte".

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Die Anzeige leitete Nutzer auf eine Website weiter, die weder mit der Ruhrbahn noch mit dem Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) in Verbindung steht. Die Seite wurde vom russischen Anbieter JSC Selectel gehostet und wies weder Namen noch Adresse offizieller Verkehrsunternehmen auf. Betroffene berichteten, dass nach der anfänglichen Zahlung von 2,35 Euro weitere Gebühren verlangt wurden – ein Ticket erhielten sie jedoch nie. Eine auf der Website angegebene Telefonnummer führte in den Landkreis Ostfriesland in Niedersachsen, weit entfernt von der Ruhrregion.

Die Ruhrbahn erklärte umgehend, dass das Angebot gefälscht sei, und warnte Kunden über ihren offiziellen Facebook-Account. Der Betrug folgt einem Muster, das bereits von der spanischen Faktenchecker-Organisation Maldita dokumentiert wurde: Über 1.000 gefälschte Facebook-Seiten in 60 Ländern nutzen demnach ähnliche Anzeigen mit fast identischem Wortlaut und IT-Infrastruktur. Vergleichbare Betrugsversuche gab es auch in Berlin, Chemnitz und Düsseldorf.

Trotz der Warnungen der Ruhrbahn ist die betrügerische Facebook-Seite weiterhin online. Phishing bleibt in Deutschland eine Straftat – die Opfer bleiben auf ihren Kosten sitzen. Die Behörden raten der Bevölkerung dringend, Verkehrsangebote stets über offizielle Kanäle zu prüfen, bevor sie Zahlungen tätigen.

Quelle