Armin Laschet trifft belarussische Oppositionsführerin Maria Kalesnikava in Deutschland
Jana BraunArmin Laschet trifft belarussische Oppositionsführerin Maria Kalesnikava in Deutschland
Armin Laschet hat sich mit Maria Kalesnikava getroffen, einer belarussischen Oppositionsführerin und ehemaligen politischen Gefangenen. Das Treffen unterstreicht die anhaltende Unterstützung für Demokratie in Europa angesichts der fortgesetzten Repression in Belarus. Kalesnikava, die einst wegen ihres Engagements inhaftiert war, lebt seit ihrer Freilassung Ende 2025 in Deutschland.
2022 erhielten Kalesnikava und weitere belarussische Oppositionelle den Internationalen Karlspreis. Die Auszeichnung würdigte ihren Kampf gegen das autoritäre Regime unter Alexander Lukaschenko. Damals saß Kalesnikava noch im Gefängnis und verbüßte eine elfjährige Haftstrafe, die ihr 2021 nach ihrer Festnahme in Minsk im Vorjahr auferlegt worden war.
Seit der Verleihung des Preises hat sich die Repression in Belarus nicht verringert. Lukaschenkos Regierung hat die Kontrolle weiter verschärft, weitere Oppositionelle inhaftiert und sich im Ukraine-Krieg eng an Russland angebunden. Wirtschaftssanktionen und eine Massenabwanderung – über eine Million Menschen seit 2020 – haben die Lage im Land zusätzlich verschlechtert. Bis Anfang 2026 gab es keine Anzeichen für eine politische Liberalisierung.
Kalesnikavas Freilassung im Dezember 2025 erfolgte im Rahmen eines größeren Gefangenaustauschs. Ihre Entlassung folgte auf jahrelangen internationalen Druck und Fürsprache. In Deutschland setzt sie sich weiterhin für den Widerstand gegen das Regime ein, das sie einst gefangen hielt.
Der seit 1950 verliehene Karlspreis zählt zu den höchsten Auszeichnungen Europas. Er ehrt Verdienste um die Einheit und demokratische Werte auf dem Kontinent. Die Würdigung Kalesnikavas im Jahr 2022 unterstrich die globale Bedeutung des belarussischen Kampfes für Veränderung.
Das Treffen mit Laschet bekräftigt die Solidarität mit der demokratischen Bewegung in Belarus. Kalesnikavas Freilassung stellt einen seltenen Fortschritt in einem ansonsten unnachgiebigen politischen Klima dar. Gleichzeitig hält die Unterdrückung im Land an – mit kaum Aussicht auf Reformen unter Lukaschenkos Führung.