Amanda Knox unterstützt Lucy Letby – und löst damit neue Empörung aus
Amanda Knox hat erneut für Aufsehen gesorgt, nachdem sie sich öffentlich hinter Lucy Letby gestellt hat – die verurteilte Krankenschwester, die eine lebenslange Haftstrafe wegen der Tötung von Neugeborenen verbüßt. Bei einer jüngsten Veranstaltung in London sprach Knox über ihren Podcast zum Fall Letby und enthüllte, dass sie sowohl der Gefangenen als auch deren Eltern Briefe geschrieben habe.
Dieses Vorgehen hat die Kritik der Familie von Meredith Kercher neu entfacht, der britischen Studentin, deren Mord Knox einst zugeschrieben wurde – ein Urteil, das später aufgehoben wurde. Der Anwalt der Familie warf ihr vor, Kerchers Andenken für persönlichen Gewinn auszunutzen.
Bei einer Fragerunde zu ihrem Dokumentarfilm Mouth Of The Wolf setzte sich Knox für Letbys Recht auf Berufung ein und argumentierte, dass Verurteilungen selbst ohne Nachweis der Unschuld fehlerhaft sein könnten. Sie gab zu, Letby eine Kopie ihrer 2021 erschienenen Autobiografie Frei zugeschickt zu haben, in der sie ihr Leben nach der eigenen ungerechtfertigten Inhaftierung schildert. Ein Teilnehmer der Veranstaltung berichtete später, Knox habe Letby in ihren Briefen dazu aufgefordert, "an der Hoffnung festzuhalten".
Sichtlich bewegt geriet Knox ins Stocken und kämpfte mit den Tränen, als sie über den Mord an Kercher sprach. Dennoch hat ihr Engagement im Fall Letby Widerspruch hervorgerufen. Francesco Maresca, der Anwalt der Kercher-Familie, verurteilte ihr Handeln als respektlos und erklärte, man empfindet: "Es ist genug." Er warf Knox vor, Kerchers Tod durch Bücher, Podcasts und öffentliche Auftritte "zu vermarkten".
Die Kontroverse entsteht zu einer Zeit, in der Knox weiterhin eine Plattform zu Fragen der Strafjustiz aufbaut. Ihr Podcast über Letbys Prozess hat Debatten ausgelöst, wobei Kritiker infrage stellen, ob ihr prominentes Engagement die Opfer in beiden Fällen in den Hintergrund drängt.
Knox' Briefe an Letby und deren Eltern bleiben privat, doch ihre Existenz vertieft die Gräben. Während die Familie Kercher frustriert reagiert, beharrt Knox darauf, diejenigen zu unterstützen, die sie für möglicherweise zu Unrecht Verurteilte hält. Unterdessen hat sich Letbys Verteidigung noch nicht zu der Korrespondenz oder deren möglichem Einfluss auf ihre laufenden Berufungsverfahren geäußert.






