03 April 2026, 10:12

50 Jahre Dormagen: Wie Bürgerbeteiligung die Stadt prägte und vor neuen Herausforderungen steht

Ein Venn-Diagramm mit drei überlappenden Kreisen, die durch Pfeile verbunden sind und um den Text "Gemeinschaftsverantwortung" in fetter Schrift herum angeordnet sind, unter Verwendung von hellen und leuchtenden Farben.

50 Jahre Dormagen: Wie Bürgerbeteiligung die Stadt prägte und vor neuen Herausforderungen steht

Dormagen feiert in diesem Jahr sein 50-jähriges Jubiläum als Stadtverwaltung. Über die Jahrzehnte hinweg hat die Bürgerbeteiligung eine zentrale Rolle dabei gespielt, lokale Projekte und Dienstleistungen mitzugestalten. Von Lastenrädern bis hin zu Mobilitätsangeboten für Senioren – die Einwohner haben die städtische Entwicklung maßgeblich vorangetrieben.

Doch trotz dieser Erfolge stehen einige Initiativen vor Herausforderungen. Der Bürgerhaushalt, der von Bürgern getragene Projekte finanzierte, ist seit 2024 aufgrund finanzieller Engpässe ausgesetzt. Die Stadtverwaltung betont zwar, ihn so bald wie möglich wiederaufnehmen zu wollen, sucht aber gleichzeitig nach neuen Wegen, um den Bürgern weiterhin Mitspracherechte zu ermöglichen.

Eines der sichtbarsten Ergebnisse der Bürgerbeteiligung ist die Umsetzung praktischer Projekte. Über den Bürgerhaushalt wurden etwa gemeinsame Lastenrad-Stationen sowie neue Willkommensschilder in den Stadtteilen finanziert – Vorschläge, die direkt von Anwohnern eingereicht und unterstützt wurden.

Ein weiterer Erfolg entstand im Rahmen eines World-Café-Events in Straberg. Die dort geführten Diskussionen führten zur Einführung des Waldorf-Busses, eines speziellen Mobilitätsangebots für Senioren. Der Bus verbindet seitdem verschiedene Stadtteile und erleichtert älteren Bürgern die Teilhabe am Gemeinschaftsleben.

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Um unterschiedlichen Gruppen eine Stimme zu geben, bietet die Stadt verschiedene Beteiligungsformate an. Dazu zählen regelmäßige Bürgerdialoge, Jugendbeteiligungsprogramme, ein Seniorenbeirat sowie ein Integrationsrat. Mängel im öffentlichen Raum können über den Dormagener Mängelmelder schnell gemeldet werden, während ausführlichere Anregungen über die digitale Plattform "sag's uns" eingereicht werden. Bisher liegen jedoch keine konkreten Zahlen vor, wie viele Projekte oder Veränderungen seit dem Start der Plattform umgesetzt wurden.

Christoph Schade, Produktmanager für Bürgerbeteiligung, betont, dass die Einwohner nicht nur Beobachter, sondern aktive Mitgestalter der Stadtentwicklung seien. Auch Bürgermeister Erik Lierenfeld hat zugesagt, die öffentliche Mitwirkung an politischen Entscheidungen zu stärken. Dennoch zwingen die aktuellen Haushaltslagen zu einer vorläufigen Aussetzung des Bürgerhaushalts – einige geplante Vorhaben müssen daher vorerst warten.

Die 50-jährige Geschichte Dormagens zeigt, wie prägend die Bürgerbeteiligung das lokale Leben gestaltet hat. Zwar bieten Instrumente wie der Mängelmelder oder die Plattform "sag's uns" weiterhin Möglichkeiten, Ideen einzubringen – doch die Pause beim Bürgerhaushalt macht die gegenwärtigen finanziellen Realitäten deutlich. Das langfristige Ziel der Stadt bleibt jedoch klar: die Einbindung öffentlicher Rückmeldungen in Entscheidungsprozesse weiter auszubauen und sicherzustellen, dass die Bürger auch künftig eine zentrale Rolle für die Entwicklung Dormagens spielen.

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