Wie das Meer Michael Kriegs Kindheit und Leidenschaft für Shantys prägte
Theo SchmitzWie das Meer Michael Kriegs Kindheit und Leidenschaft für Shantys prägte
Michael Kriegs Kindheit war geprägt von den Klängen und Geschichten des Meeres. Aufgewachsen in der Nähe der lebhaften Howaldtswerke-Werft in Kiel, war er umgeben von den Anblicken gewaltiger Schiffe und dem Widerhall des maritimen Lebens. Seine Faszination für die Seefahrt vertiefte sich durch familiäre Einflüsse – von Chorsängern bis zu legendären Shanty-Darbietern.
Kriegs frühe Verbindung zur seemännischen Musik begann in einem Kirchenchor, in dem ein bassstarker Sänger auch beim Lotsen-Gesangverein mitwirkte, einem Chor der Hafenlotsen. Diese Tradition der rauen, knurrenden Shantys – bekannt als Knurrhahn – geht auf die Nordsee-Fischer und Lotsen des 19. Jahrhunderts in Orten wie Cuxhaven und Husum zurück. Nach dem Zweiten Weltkrieg hielten Chöre wie die Knurrhähne von Cuxhaven und die Husumer Knurrhähne diesen Stil am Leben und bewahrten so das seemännische Erbe durch ihren kraftvollen, kehligen Gesang.
Zu Hause hörte Kriegs Familie ikonische Shanty-Sänger wie Freddy Quinn, Lale Andersen und Hans Albers. Albers, wegen seiner blonden Haare auch "blonder Hans" genannt, wurde mit seiner Rolle als Hannes Kröger im Film Große Freiheit Nr. 7 von 1944 zum Symbol der Sehnsucht nach dem Meer. Sein Charakter heuert auf der Padua an, dem letzten großen Segelschiff der Hamburger Flying P-Liner. Dieses Schiff, heute unter dem Namen Krusenstern bekannt, fährt noch immer als russisches Ausbildungsschiff zur See.
Kriegs eigene Begeisterung ging über die Musik hinaus. Er fühlte sich zu Marineschiffen wie dem deutschen Schulschiff Gorch Fock und anderen ausländischen Kriegsschiffen hingezogen. Der Einfluss des Meeres reichte sogar in die Popkultur hinein, wo seine Bilder und Klänge zu zeitlosen Metaphern wurden.
Die Traditionen, denen Krieg begegnete – von den Knurrhahn-Chören bis zu den Filmen mit Hans Albers – spiegeln ein weiteres kulturelles Erbe wider. Die Padua, heute die Krusenstern, bleibt eine greifbare Verbindung zu jener Epoche. Für viele, darunter auch Krieg, hallt der Ruf des Meeres bis heute in Musik, Geschichte und der ungebrochenen Faszination der Weite des Wassers nach.






