Wenn selbst Kakteen und Mücken ihre Meinung sagen – ein Plädoyer für weniger Debattenkultur
Theo SchmitzWenn selbst Kakteen und Mücken ihre Meinung sagen – ein Plädoyer für weniger Debattenkultur
Meinungen scheinen heute von allen Seiten auf uns einzuprasseln. Selbst die Natur meldet sich in einer kühnen Vorstellung zu Wort und äußert ihre Gedanken über den Menschen. Der Autor reflektiert über diesen wachsenden Trend und seine Auswirkungen auf den Alltag.
Er beschreibt eine Welt, in der Meinungen allgegenwärtig sind. Talkshows, Podcasts und Online-Foren produzieren sie im Dauerbetrieb. Selbst ein Schlafzimmer-Kaktus, Stechmücken und Sonnenblumen mischen sich in einer verspielt konstruierten Situation mit ihren Ansichten ein.
Allein in der vergangenen Woche hörte der Autor vehemente Standpunkte zum Nahostkonflikt, zu Windrädern und zu Ananas auf Pizza. Seine Meinung für sich zu behalten, gilt heute fast schon als Tabu. Das Mittelmeer, so die weitere Fantasie, sortiert Urlauber nach ihrem Benehmen.
Eine Theorie besagt, dass Menschen sich der Natur zuwenden, weil sie nicht urteilt und keine Meinungen äußert. Doch der Autor spinnt diese Idee mit trockenem Humor weiter und stellt sich eine Welt vor, in der die Natur genau das tut. Skeptisch bleibt er obendrein gegenüber dem Hype um achtsames Atmen.
Als praktische Lösung für die Meinungsflut schlägt der Autor vor, jeden Menschen auf drei Meinungen pro Tag zu beschränken. Doch die Welt, so viel ist sicher, wird niemals daran verarmen.
