Wasserstoffbranche kämpft um Anlegervertrauen trotz sinkender Ölpreise und Expansionspläne
Jana BraunWasserstoffbranche kämpft um Anlegervertrauen trotz sinkender Ölpreise und Expansionspläne
Wasserstoffenergie-Unternehmen stehen vor neuen Herausforderungen, da das Vertrauen der Anleger schwindet. Die Aktienkurse wichtiger Akteure wie Bloom Energy, Nel ASA und ITM Power sind gesunken – trotz laufender Bemühungen, die Kosten zu senken und die Produktion auszubauen. Die Branche kämpft mit fallenden Ölpreisen und wachsenden Zweifeln an der Geschwindigkeit der durch KI getriebenen Nachfrage.
In den vergangenen sechs Monaten sind die Ölpreise stark von 85 auf 62 Dollar pro Barrel gefallen. Verantwortlich dafür sind eine höhere Förderung der OPEC -Staaten und eine schwächere globale Nachfrage. Als Reaktion haben Unternehmen wie Nel ASA und ITM Power ihre Sparmaßnahmen beschleunigt und Investitionen in die günstigere Produktion von grünem Wasserstoff in Europa verlagert.
Nel ASA kündigte im Januar 2026 eine 100-Millionen-Euro-Erweiterung in Norwegen an, um die Elektrolysekapazitäten hochzufahren. Beide Firmen haben zudem stärker auf staatliche Subventionen gesetzt, während sie teure Projekte verschoben. Dennoch bleibt die Skepsis der Anleger bestehen: Die Aktie von Nel ASA eröffnete in Stuttgart zwar 2,5 % höher, notiert aber weiterhin nahe ihrem Rekordtief von 0,17 Euro. ITM Power hingegen verlor 2,1 % und fiel auf 0,73 Euro, nachdem das Unternehmen ein weiteres Großprojekt vorstellte – der Druck, greifbare Ergebnisse zu liefern, wächst.
Auch Bloom Energy verzeichnete einen Rückgang: Die Aktie gab 1,7 % nach und lag bei 154,51 Dollar, nachdem ein kürzlicher Aufschwung wieder verpufft war. Anleger hatten nach dem Deal mit Oracle auf weitere hochkarätige Verträge gehofft, doch diese Erwartungen erfüllten sich nicht. Zudem gerät der gesamte KI-Sektor unter die Lupe, da übermäßige Investitionen die Marktstimmung belasten.
Lokale Regierungen zeigen sich indes weiter engagiert. Bielefeld etwa winkt Rückschläge wie stillstehende wasserstoffbetriebene Müllfahrzeuge – verursacht durch Treibstoffmangel und Zuverlässigkeitsprobleme – als Kinderkrankheiten ab. Nel ASA, das sich vollständig auf Wasserstoff konzentriert, verfügt trotz schwacher Auftragslage und sinkender Umsätze weiterhin über eine treue Anlegerschaft.
Der Rückgang der Ölpreise bietet der Wasserstoffbranche zwar Chancen, die Wettbewerbsfähigkeit zu verbessern. Doch mit unter Druck stehenden Aktienkursen und Forderungen der Investoren nach schnelleren Fortschritten muss der Sektor nun beweisen, dass er Kostensenkungen und Expansionspläne in nachhaltiges Wachstum umsetzen kann. Staatliche Unterstützung und lokale Initiativen könnten helfen – entscheidend werden aber konkrete Ergebnisse in den kommenden Monaten sein.






