Warum Misstrauen in die Demokratie trotz gebrochener Versprechen wächst
Jana BraunWarum Misstrauen in die Demokratie trotz gebrochener Versprechen wächst
Eine neue Studie untersucht, warum das Misstrauen gegenüber der Demokratie weiter wächst – selbst wenn populistische Führer ihre Versprechen nicht einlösen. Die Forschung des Soziologen Aladin El-Mafaalani zeigt, wie skeptische Menschen enge Gemeinschaften bilden, die ihre Vorbehalte noch verstärken. Seine Erkenntnisse helfen zu erklären, warum Bewegungen wie die rechtspopulistische AfD weiterhin Bestand haben und warum Figuren wie Trump anhaltend Anklang finden.
In seinem Buch "Gemeinschaften des Misstrauens" nachzeichnet El-Mafaalani, wie Menschen das Vertrauen in zentrale Institutionen verlieren – in Regierungen, Gerichte, die Wissenschaft und die Medien. Statt als isolierte Skeptiker agieren diese Menschen heute vernetzt über digitale Plattformen. Online-Räume ermöglichen es ihnen, sich zu organisieren, Missstände auszutauschen und ihr Misstrauen kollektiv zu vertiefen.
Der Soziologe argumentiert, dass die Bloßstellung der Inkompetenz von Populisten kaum dazu beiträgt, das Vertrauen in die Demokratie wiederherzustellen. Rechtspopulisten brechen oft ihre Versprechen, doch ihre Anhänger bleiben ihnen treu. Der Grund: Misstrauische Menschen neigen dazu, jenen zu vertrauen, die ihren Zynismus teilen – selbst wenn diese Führer die Demokratie selbst untergraben.
El-Mafaalanis Analyse widerlegt die Vorstellung, dass die Widerlegung falscher Behauptungen oder die Hervorhebung von Misserfolgen Anhänger umstimmen könnte. Stattdessen schlägt er vor, dass die Bekämpfung der Ursachen für das Misstrauen einen anderen Ansatz erfordert. Seine Arbeit liefert ein Erklärungsmodell dafür, warum herkömmliche Strategien oft ins Leere laufen.
Die Studie verdeutlicht, wie digitale Netzwerke das Misstrauen eher verstärken als abbauen. Populistische Bewegungen gedeihen, wenn ihre Anhänger über geteilte Skepsis zusammenfinden – unabhängig von den tatsächlichen Ergebnissen. El-Mafaalanis Erkenntnisse unterstreichen die Notwendigkeit neuer Wege, um das Vertrauen in demokratische Institutionen zurückzugewinnen.






