Tschechien überholt Frankreich und wird drittgrößter Autohersteller Europas
Tobias SchwarzTschechien überholt Frankreich und wird drittgrößter Autohersteller Europas
Die Tschechische Republik hat sich auf den dritten Platz der europäischen Automobilproduktion vorgearbeitet und liegt damit nur noch hinter Spanien und Deutschland. Gleichzeitig ist der europäische Anteil an der globalen Pkw-Herstellung in den letzten zwei Jahrzehnten deutlich gesunken. Neue Zahlen zeigen tiefgreifende Verschiebungen in den Produktionsentwicklungen auf dem Kontinent und darüber hinaus.
Europas Rolle in der weltweiten Automobilproduktion hat spürbar an Gewicht verloren. Im Jahr 2000 entfielen noch 36 Prozent der globalen Pkw-Produktion auf die Region. Bis 2024 war dieser Anteil auf nur noch 18,5 Prozent geschrumpft. Die EU und Großbritannien fertigten gemeinsam im vergangenen Jahr rund 12,5 Millionen Fahrzeuge – fast 4 Millionen weniger als noch 2015.
Deutschland, einst der unangefochtene Spitzenreiter der europäischen Automobilbranche, verzeichnet einen Rückgang sowohl bei der Produktion als auch beim Absatz innerhalb Europas. 2015 hielt das Land noch einen Marktanteil von 39 Prozent in Europa. Bis 2024 sank dieser auf 34,6 Prozent. Die Gesamtproduktion in Deutschland ging von 5,7 Millionen Fahrzeugen im Jahr 2015 auf etwa 4 Millionen im Jahr 2024 zurück – ein Minus von 29 Prozent. Dennoch werden weiterhin rund 30 Prozent der in Deutschland hergestellten Pkw außerhalb Europas exportiert.
Chinas Aufstieg in der Automobilproduktion ist dagegen beeindruckend. Zwischen 2015 und 2024 stieg die Produktion um 30 Prozent auf 27,48 Millionen Fahrzeuge im vergangenen Jahr. Das Land ist mittlerweile weltweit führend in der Herstellung von Elektrofahrzeugen, während Deutschland auf Platz zwei folgt. Um wettbewerbsfähig zu bleiben, müssen deutsche Hersteller ihren Fokus auf den Premiumbereich legen und politische Unterstützung für den Umstieg auf Elektromobilität sichern.
Anderswo haben sowohl die Türkei als auch Marokko ihre Produktionskapazitäten im gleichen Zeitraum um 50 Prozent ausgebaut. Dieses Wachstum steht im Kontrast zum allgemeinen Rückgang, der in weiten Teilen Europas zu beobachten ist.
Der Aufstieg der Tschechischen Republik zum drittgrößten Automobilproduzenten unterstreicht die sich wandelnden Kräfteverhältnisse in der europäischen Branche. Angesichts schrumpfender Produktionszahlen in Deutschland und der wachsenden Dominanz Chinas steht die Region vor der Herausforderung, ihre globale Position zu halten. Die zukünftige Wettbewerbsfähigkeit könnte davon abhängen, den Premiummarkt zu stärken und die Wende zur Elektromobilität zu beschleunigen.






