Strompreise erstmals 2024 im Minus – wer jetzt bares Geld spart
Strompreise in Deutschland erstmals in diesem Jahr im Minus – Kund:innen mit dynamischen Tarifen profitieren
Am Sonntag fielen die Strompreise in Deutschland erstmals in diesem Jahr ins Negative – ein Vorteil für Verbraucher:innen mit dynamischen Tarifen. Der ungewöhnliche Preisverfall trat auf, weil Solaranlagen und Windkraftwerke gleichzeitig auf Hochtouren liefen und das Netz mit günstigem Strom fluteten. Expert:innen sagen nun voraus, dass negative Preise in diesem Sommer aufgrund der anhaltenden Marktunflexibilität noch häufiger auftreten werden.
Die Großhandelspreise für Strom rutschten ab 9 Uhr morgens in den negativen Bereich und blieben bis 17 Uhr dort. Den Tiefststand erreichte der Markt zwischen 13 und 14 Uhr, als die Preise auf -250,32 Euro pro Megawattstunde (entspricht -25,03 Cent pro Kilowattstunde) fielen. Dies markierte einen historischen Tiefpunkt, ausgelöst durch den von Energieanalyst:innen sogenannten „Sonnenwind-Effekt“ – eine gleichzeitige Spitzenleistung von Solar- und Windenergie.
Für Endverbraucher:innen variierten die Nettopreise je nach Region. Der günstigste Tarif lag bei -8,6 Cent pro Kilowattstunde im Kölner Raum zwischen 13 und 14 Uhr. Andernorts zahlten Kund:innen zwischen 4,9 und 11,6 Cent pro Kilowattstunde, abhängig von den lokalen Netzentgelten. Später am Tag stiegen die Preise jedoch wieder an: Beim Anbieter Tibber kletterte der dynamische Tarif zwischen 20 und 21 Uhr auf 36 Cent pro Kilowattstunde.
Negative Großhandelspreise werden immer häufiger. Im vergangenen Jahr waren die Preise 457 Stunden lang im Minus – ein Anstieg von 50 Prozent gegenüber 2023. Merlin Lauenburg, Deutschland-Chef von Tibber, warnte, dass in diesem Sommer neue Rekorde bei negativen Strompreisen möglich seien.
Der Trend zu negativen Strompreisen wird sich voraussichtlich fortsetzen, da die Kapazitäten erneuerbarer Energien weiter wachsen. Kund:innen mit flexiblen Tarifen profitieren am meisten – sie können in Phasen geringer Nachfrage sogar Geld verdienen, indem sie Strom verbrauchen. Gleichzeitig betonen Marktkenner:innen die Notwendigkeit einer größeren Netflexibilität, um die zunehmend häufigen Preisschwankungen besser zu bewältigen.






