Solingen testet humane Taubenregulierung mit Geburtenkontrolle statt Keulung
Nina HerrmannSolingen testet humane Taubenregulierung mit Geburtenkontrolle statt Keulung
Pilotprojekt zur Regulierung der Taubenpopulation in Solingen gestartet
In Solingen hat diese Woche ein Pilotprojekt zur Kontrolle des Taubenbestands begonnen. Die Initiative zielt darauf ab, die Population auf humane Weise – insbesondere an bekannten Brennpunkten – zu verringern. Ein spezialisierter Tierarzt leitet das Vorhaben, bei dem das Medikament Ovistop zur Geburtenkontrolle eingesetzt wird.
Zu Beginn des Projekts zählt und untersucht der Tierarzt die Tauben an den jeweiligen Standorten. Die Vögel werden zunächst daran gewöhnt, zu festgelegten Zeiten bestimmte Futterstellen aufzusuchen. Sobald sich dieses Verhalten etabliert hat, wird das Medikament verabreicht.
Ovistop wirkt, indem es die Entwicklung der Küken im Ei verhindert und die Tauben dadurch vorübergehend unfruchtbar macht. Das Präparat wird mit Maiskörnern vermischt, wobei die Dosierung an die Größe des Schwarmes angepasst wird. Damit es wirkt, muss jede Taube das behandelte Futter fünf Tage lang hintereinander fressen.
Ausgebildete ehrenamtliche Taubenbetreuer, die gelbe Warnwesten tragen, übernehmen die tägliche Fütterung. Die Testphase läuft neun Monate, wobei nach sechs Monaten sowie zum Jahresende tierärztliche Bewertungen vorgesehen sind.
Ziel ist es, in ganz Solingen kleinere und gesündere Taubenschwärme zu erhalten. Die Methode verzichtet auf Keulungen und setzt stattdessen auf eine kontrollierte, nicht-tödliche Regulierung. Die Behörden werden die Ergebnisse in den kommenden Monaten genau beobachten.






