Solingen plant drastische Kita-Gebührenerhöhung – Wirtschaft warnt vor Folgen für Familien
Nina HerrmannSolingen plant drastische Kita-Gebührenerhöhung – Wirtschaft warnt vor Folgen für Familien
Solingens Oberbürgermeister Tim Kurzbach hat Pläne bekannt gegeben, die Gebühren für Kinderbetreuung in den städtischen Kitas deutlich zu erhöhen. Die Maßnahme ist Teil der weiteren Politik der rot-grünen Koalition, stößt jedoch bereits auf scharfe Kritik bei Vertretern der lokalen Wirtschaft.
Gerlinde Steingruber, Vorsitzende des Solinger Mittelstandsverbands, warnte, dass die monatlichen Kosten auf über 400 Euro pro Kind steigen könnten. Sie argumentiert, dass solche Beträge Familien davon abhalten könnten, sich in Solingen niederzulassen – besonders, da benachbarte Kommunen geringere oder sogar keine Gebühren für die Kinderbetreuung erheben.
Marc Westkämper, stellvertretender Vorsitzender des Verbands, bezeichnete die Pläne als rückschrittlich und frauenfeindlich. Er befürchtet, dass die höheren Kosten Frauen davon abhalten könnten, nach der Geburt wieder in den Beruf einzusteigen, und so den bestehenden Fachkräftemangel verschärfen würden. Sowohl Steingruber als auch Westkämper sehen in der Gebührenerhöhung einen gesellschaftlichen Rückschritt.
Zudem kritisierten sie Oberbürgermeister Kurzbach, der statt Personal in der Verwaltung abzubauen lieber die Gebühren erhöhe. Die beiden betonten, die Politik sei falsch gesetzt und berge die Gefahr, wirtschaftliche und soziale Probleme in der Region weiter zu verschärfen.
Die geplanten Gebührenerhöhungen stoßen auf wachsenden Widerstand seitens der Wirtschaft. Kritiker warnen, dass sie Familien belasten und die lokale Wirtschaftsbelebung behindern könnten. Die Debatte wird voraussichtlich anhalten, während die Koalition an ihren Plänen festhält.






