21 March 2026, 08:09

Solingen kritisiert geplante ABC-Klassen als Störfaktor für Kita-Sprachförderung

Ein Blatt mit dem Text "Die Kinder der verschiedenen Tagesschulen werden mit Tee, Pflaumenbrot und Roastbeef und Pflaumenpudding versorgt."

Solingen kritisiert geplante ABC-Klassen als Störfaktor für Kita-Sprachförderung

Die Pläne der nordrhein-westfälischen Landesregierung zur Einführung verpflichtender ABC-Klassen – Vorschul-Sprachkurse für Kinder mit geringen Deutschkenntnissen – stoßen in Solingen auf Kritik. Zwar zielt die Maßnahme darauf ab, die Sprachförderung vor der Grundschule zu stärken, doch lokale Politiker und Bildungsexperten warnen, dass sie bestehende Betreuungssysteme in Kitas eher stören als verbessern könnte.

Nach dem Entwurf des Landes sollen Kinder mit zusätzlichem Sprachförderbedarf im Jahr vor der Einschulung zweimal wöchentlich für je zwei Stunden ABC-Klassen an Grundschulen besuchen. Das Vorhaben, das im Januar 2026 vorgestellt wurde und im Schuljahr 2028/29 starten soll, basiert auf einer Stellungnahme der Beteiligten und einem Gesetzentwurf. Sowohl die CDU als auch die Grünen äußern jedoch Bedenken, dass Kinder dadurch aus ihrem vertrauten Kita-Umfeld gerissen werden.

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Lokale Politiker betonen die Notwendigkeit einer besseren Abstimmung zwischen Land und Kommunen. Viele fragen sich, wie das neue Modell in die bestehenden Förderstrukturen integriert werden soll, was bei den Städten und Gemeinden zu Planungsunsicherheiten führt. Maja Wehrmann warnt, dass die Herausnahme der Kinder aus ihren Gruppen bewährte Lernroutinen unterbrechen und das Risiko einer Stigmatisierung bergen könnte – und damit Inklusionsbemühungen konterkariert.

Jessica Schliewe argumentiert, dass Sprachkompetenzen am besten in vertrauten Umgebungen entwickelt werden, in denen Kinder durch tägliche Interaktionen lernen. Simone Lammert fügt hinzu, dass die ABC-Klassen eine parallele Förderstruktur schaffen könnten, statt die bestehenden Kita-Programme zu stärken. Beide Seiten plädieren stattdessen für gezielte Mittel, um die bewährte Sprachförderung direkt in den Kitas auszubauen.

Die Debatte zeigt das Spannungsfeld zwischen dem landesweiten Vorstoß für frühe Interventionen und den lokalen Forderungen nach Kontinuität in der Kinderbetreuung. Ohne klarere Integrationskonzepte drohen die ABC-Klassen die Komplexität zu erhöhen, statt Lücken in der Sprachförderung zu schließen. Die Kommunen warten nun auf Nachbesserungen, um sicherzustellen, dass die Maßnahme mit den bestehenden Strukturen vereinbar ist.

Quelle