Silvester 2015 in Köln: Wie die Übergriffe Deutschland für immer veränderten

Admin User
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Eine Gruppe von Menschen, die auf einer Straße stehen und Schilder und Fahnen halten, mit Gebäuden, Bäumen und Himmel im Hintergrund.

Silvester 2015 in Köln: Wie die Übergriffe Deutschland für immer veränderten

Zehn Jahre sind seit den Kölner Silvesterübergriffen von 2015 vergangen. Über 1.300 Menschen, vor allem Frauen, meldeten während der Feierlichkeiten sexuelle Belästigungen, Vergewaltigungen und Diebstähle. Die Vorfälle lösten bundesweite Debatten über Gewalt gegen Frauen, Migrationspolitik und die rechtliche Definition von Einwilligung aus.

Die Angriffe ereigneten sich, als sich am 31. Dezember 2015 große Menschenmengen in der Kölner Innenstadt versammelten. Gruppen von Männern, darunter einige mit Migrationshintergrund, wurden mit den Übergriffen in Verbindung gebracht. Obwohl die Verbrechen Empörung auslösten, betonten Expert:innen, dass Gewalt gegen Frauen nicht an die Nationalität gebunden ist.

Die Folgen veränderten die öffentliche Meinung und die Politik nachhaltig. Deutschlands offene Haltung gegenüber Migrant:innen wandelte sich – es gab strengere Grenzkontrollen und mehr Abschiebungen. Feministische Gruppen wie WEIB.DE, Terre des Femmes und der Weiße Ring schlossen sich mit Politikerinnen wie Manuela Schwesig (SPD) zusammen, um für eine Reform des Sexualstrafrechts zu kämpfen. Ihre Bemühungen führten 2016 zum "Nein-heißt-Nein"-Gesetz, das sexuelle Belästigung ohne ausdrückliche Zustimmung unter Strafe stellte. Nach der aktualisierten Fassung des § 177 StGB gilt ein klares "Nein" nun als Beweis für fehlende Einwilligung – der Nachweis von Gewalt oder Drohungen ist nicht mehr erforderlich. Als Beweise können Zeugenaussagen, Aufnahmen oder die Aussage des Opfers dienen, wodurch die Beweislast vom Angeklagten auf die beschuldigte Person verlagert wird. Eine weitere Verschärfung 2024 führte das "Nur-Ja-heißt-Ja"-Prinzip ein, das den Schutz persönlicher Grenzen zusätzlich stärkt.

Trotz der rechtlichen Fortschritte blieben die Diskussionen kontrovers. Manche Kritiker:innen machten feministische Bewegungen für die Gegenreaktion verantwortlich, andere hinterfragten Deutschlands Fähigkeit, Migration und Integration zu bewältigen.

Die Kölner Übergriffe hinterließen tiefe Spuren in der deutschen Gesellschaft. Die Einwilligungsgesetze wurden gestärkt, und die Strafverfolgung stellt nun die Rechte der Opfer in den Vordergrund. Dennoch bleibt der Vorfall ein Wendepunkt in den Debatten über geschlechtsspezifische Gewalt, Migration und den gesellschaftlichen Zusammenhalt.