Risikokapital in Deutschland wächst 2024 – doch kleine Startups kämpfen um Finanzierung
Jana BraunRisikokapital in Deutschland wächst 2024 – doch kleine Startups kämpfen um Finanzierung
Risikokapitalinvestitionen in deutsche Startups erreichten im ersten Halbjahr 2024 etwa 3,4 Milliarden Euro – ein Anstieg um 12 Prozent im Vergleich zum gleichen Zeitraum des Vorjahres. Allerdings ging die Zahl der Finanzierungsrunden um 19 Prozent auf 367 Deals zurück, wobei vor allem kleinere Investitionen unter 10 Millionen Euro stark zurückgingen.
2023 waren die Risikokapitalinvestitionen aufgrund steigender Zinsen und der wirtschaftlichen Abkühlung noch um 39 Prozent eingebrochen. Die Erholung im Jahr 2024 verläuft ungleichmäßig: Viele junge Startups haben nach wie vor Schwierigkeiten, neue Finanzmittel zu akquirieren.
Berlin blieb mit rund 1,1 Milliarden Euro die führende Startup-Metropole Deutschlands, verzeichnete aber im Vergleich zum Vorjahr ein Minus von 25 Prozent. Bayern folgte mit 577 Millionen Euro – ein Rückgang um 33 Prozent gegenüber 2023.
Nordrhein-Westfalen verzeichnete dagegen ein deutliches Wachstum und zog mit etwa 822 Millionen Euro fast 653 Millionen Euro mehr an als im Vorjahr. Zu den herausragenden Investitionen in der Region zählten DeepL, das 277 Millionen Euro einsammelte, sowie Black Semiconductor mit 254 Millionen Euro.
Die EU-Kommission hat angekündigt, europäische KI-Startups zu fördern, die „europäischen Werten“ entsprechen. Diese Initiative könnte qualifizierten Unternehmen zusätzliche Chancen eröffnen.
Der deutsche Risikokapitalmarkt zeigt 2024 erste Anzeichen der Erholung, doch der Rückgang bei der Deal-Zahl und die Finanzierungsschwierigkeiten kleinerer Startups verdeutlichen die anhaltenden Herausforderungen. Die geplante EU-Unterstützung für KI-Startups könnte betroffenen Firmen weitere Entlastung bringen.






