Rébecca Chaillons provokante Performance Die Parabel der Säure feiert Uraufführung in Wien
Nina HerrmannRébecca Chaillons provokante Performance Die Parabel der Säure feiert Uraufführung in Wien
Rébecca Chaillon präsentiert ihre neueste Performance Die Parabel der Säure bei den Wiener Festwochen im Odeon
Die fast drei Stunden dauernde Show feierte im Odeon Premiere und lässt sich von Octavia Butlers Roman Die Parabel vom Sämann inspirieren. Im Mittelpunkt stehen die Themen Glauben, Identität und die Lebensrealität dicker Menschen. Chaillon, eine prägende Stimme in der französischen Kulturszene, ist für ihre Auseinandersetzung mit Diskriminierung und Identität bekannt.
Die Performance kreist um die Waage als Symbol und lotet die Demütigungen und Absurditäten aus, wie sie oft in Abnehm-Shows zu finden sind. Sie erkundet die Magie des Glaubens in verschiedenen Lebensbereichen und verbindet dabei ungewöhnliche, berührende und mitunter zähe Elemente. Zum Ensemble gehören Yanis Boulahia, Hassan Gourniz, Loulie Houmed, Camille Léon-Fucien, Living Smile Vidya, Nabila Mekkid und Julie Teuf.
Die Interaktion mit dem Publikum spielt eine zentrale Rolle: Julie Teuf verteilt selbstgemachte Butter an die Zuschauer:innen, lädt sie zum Kosten ein und verlost Preise. Den Höhepunkt bildet ein Finale, in dem alle Performenden mit derselben Butter bedeckt dramatische Bodybuilder-Posen einnehmen.
Der Titel Die Parabel der Säure verweist auf Butlers Roman, spielt aber auch mit den mehrdeutigen Bedeutungen des französischen Wortes acide. Er spiegelt die Auseinandersetzung mit körperlicher Selbstbestimmung, gesellschaftlichen Erwartungen und der Kraft des Glaubens wider.
Die Uraufführung bei einem der bedeutendsten europäischen Festivals stellt gesellschaftliche Wahrnehmungen von Dicke, Körperbildern und den Ritualen um Gewicht infrage. Chaillons Werk fordert mit mutigem, immersivem Theater weiterhin zum Nachdenken über kulturelle und soziale Fragen heraus.






