RAW-Gelände in Berlin: Proteste gegen Räumung des Clubs Cassiopeia
Die Zukunft des Berliner RAW-Geländes steht auf dem Spiel. Unter dem Motto „RAW für alle – Cassiopeia & Co. müssen bleiben“ protestierten Aktivist:innen vor den Büros der Kurth-Gruppe, nachdem mehreren Mieter:innen, darunter dem Club Cassiopeia, Räumungsklagen zugestellt wurden.
Das RAW-Gelände blickt auf eine bewegte Geschichte zurück. Ursprünglich als Wartungsstätte für Reichsbahn-Züge genutzt, lag es nach dem Mauerfall brache. Heute beherbergt es Konzertlocations, einen Biergarten, eine Skatehalle, eine Boulderhalle, Lagerhallen, einen Weihnachtsmarkt und einen Flohmarkt.
Streitpunkt ist die Anzahl der geplanten Wohnungen sowie der Erhalt der denkmalgeschützten Hallen, in denen Clubs und Kulturstätten untergebracht sind. Senat und Bezirk präsentierten Mitte Mai einen Rahmenvertrag – doch die Kurth-Gruppe lehnte ab. Das Unternehmen besteht nun auf eine beschleunigte Baugenehmigung für den Wohnungsbau als Voraussetzung für die Weiterführung der Planungen.
Schon nächste Woche könnte der Club Cassiopeia geräumt werden, weitere Einrichtungen könnten folgen. Benjamin Kiepurning, Mitarbeiter des Clubs, startete eine Petition, in der er die Kurth-Gruppe auffordert, an den Verhandlungstisch zurückzukehren.
Der Protest zeigt das Spannungsfeld zwischen Stadtentwicklung und Kulturerhalt. Cassiopeia und andere Mieter:innen wurden aufgefordert, Teile des Geländes zu räumen. Das Ergebnis der Verhandlungen wird entscheiden, ob die kulturelle Vielfalt des RAW-Geländes überleben kann.
