"Radikal Jung" feiert 20. Jubiläum mit feministischen Mythen und immersiven Experimenten
Tobias Schwarz"Radikal Jung" feiert 20. Jubiläum mit feministischen Mythen und immersiven Experimenten
Das Münchner Volkstheater präsentiert die 20. Ausgabe von Radikal Jung
Das Festival Radikal Jung, das mutige und jugendliche Kreativität feiert, findet in diesem Jahr zum 20. Mal statt – und bricht dabei bewusst mit herkömmlichen Grenzen. Zwölf Werke, ausgewählt von einer fünfköpfigen Jury, stehen auf dem Programm, alle inszeniert von aufstrebenden Regisseur:innen unter 35 Jahren. Damit unterstreicht das Festival einmal mehr sein Engagement für frische Perspektiven.
Den Auftakt macht Antigone, eine radikale Neuerzählung des griechischen Klassikers durch Mikheil Charkviani. Seine Version verwandelt den antiken Mythos in einen feministischen Akt des Widerstands und zieht Parallelen zu modernem Autoritarismus. Die Produktion setzt den Ton für ein Programm, das Sprechtheater, Oper, Konzeptkunst und Tanz vereint.
Ein besonderes Highlight ist Unruhe der Group Crisis, eine immersive Performance, inspiriert von der mittelalterlichen Tanzwut. Hier wird das Publikum Teil eines sozialen Experiments – die Grenze zwischen Bühne und Zuschauer:innen verschwimmt. Neben Beiträgen renommierter Häuser wie dem Berliner Maxim-Gorki-Theater und dem Volkstheater selbst sind auch kleinere Kollektive vertreten.
Auffällig ist in diesem Jahr das Fehlen zeitgenössischer Dramatik. Stattdessen setzt das Festival auf radikale Experimente und beweist damit erneut seinen Ruf, Isolation zu überwinden und die Avantgarde zu fördern.
Mit zwölf unterschiedlichen Werken und einem Fokus auf junge Regisseur:innen treibt Radikal Jung weiterhin künstlerische Grenzen voran. Die Mischung aus neu interpretierten Klassikern und experimentellen Performances unterstreicht seine Rolle als Plattform für die nächste Generation. Das Publikum darf sich auf ein Programm freuen, das Erwartungen herausfordert und Gespräche anregt.






