Pinkfarbene Flamingos gegen Luxusresort: Albaniens umstrittenes Milliardenprojekt im Naturparadies
Jana BraunPinkfarbene Flamingos gegen Luxusresort: Albaniens umstrittenes Milliardenprojekt im Naturparadies
Albanien, ein kleines Balkanland, hat kürzlich mit ungewöhnlichen Protesten auf einer seiner Inseln weltweite Aufmerksamkeit erregt. Demonstranten, die pinkfarbene Flamingo-Ausschnitte schwenkten, machten damit auf Spannungen um Bauvorhaben in einem geschützten Naturgebiet aufmerksam.
Das Vjosa-Narta-Delta wurde 2023 zu Europas erstem Nationalpark für Wildflüsse erklärt. Hier leben seltene Flamingos, Pelikane und Schildkrötenbrutstätten. Trotz des Schutzstatus präsentierte Jared Kushner, der Schwiegersohn des ehemaligen US-Präsidenten Donald Trump, nach dessen geplanter Wiederwahl 2024 Pläne für ein Milliardenprojekt: ein Luxusresort auf der Insel.
Die Regierung von Ministerpräsident Edi Rama verlieh einem mit Kushner verbundenen Unternehmen den Status eines „strategischen Investors“. Damit sollen laut Berichten Steuern, Ausschreibungen und Umweltprüfungen entfallen. Der Schritt wirft Fragen nach Transparenz und Rechtsstaatlichkeit in Albanien auf.
Auch Albaniens Außenpolitik steht in der Kritik. Das Land beherbergt seit 2013 Tausende Mitglieder der Mujahedin-e Chalq (MEK), einer iranischen Oppositionsgruppe, die aus dem Irak umgesiedelt wurde. Rama nutzt die MEK, um dem Iran vorzuwerfen, Proteste und Cyberterrorismus zu schüren. Albaniens EU-Nähe wird infrage gestellt – etwa wegen der Unterstützung für die MEK sowie der Teilnahme an Trumps „Friedensrat“ und einer geplanten Gaza-Friedensmission.
Dank seiner strategischen Lage und des EU-Beitrittskandidatenstatus ist Albanien für Israels „Peripherie-Strategie“ von Bedeutung, die auf die Pflege von Beziehungen zu nichtarabischen Staaten zielt, um diplomatische Isolation zu durchbrechen.
Die EU zeigt sich besorgt über Korruption und schwache Rechtsstaatlichkeit in Albanien. Sie könnte mehr Transparenz und Rechtsreformen fordern. Wie die Regierung das Resort-Projekt und ihre außenpolitischen Entscheidungen handhabt, könnte sich auf den EU-Beitrittsprozess und das internationale Ansehen des Landes auswirken.






