16 March 2026, 18:15

Pflege zu Hause kostet Familien oft mehr als ein Heimplatz – bis zu 7.441 Euro monatlich

Ein Plakat mit Logo und Text, der besagt: 'Präsident Biden beschränkte die Insulin-Kosten auf 35 Dollar pro Monat für Senioren mit Medicare durch das Inflation Reduction Act.'

Pflege zu Hause kostet Familien oft mehr als ein Heimplatz – bis zu 7.441 Euro monatlich

Die meisten Menschen in Deutschland, die auf Langzeitpflege angewiesen sind, werden zu Hause versorgt – doch die Kosten können deutlich höher ausfallen als in Pflegeheimen. Aktuelle Zahlen zeigen, dass die Eigenbeteiligung für die häusliche Pflege oft die Ausgaben für stationäre Pflege übersteigt, wobei manche Familien mehr als 7.000 Euro im Monat zahlen. Kritiker sprechen von einem "skandalösen Ungleichgewicht", während die Bundesregierung bis 2026 eine Reform vorbereitet.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

In Deutschland leben 85,9 Prozent der Pflegebedürftigen in den eigenen vier Wänden, wobei mehr als die Hälfte (54,5 Prozent) ausschließlich auf Angehörige angewiesen ist. Zwar fördert das Gesetz im Rahmen des § 3 des Sozialgesetzbuchs die häusliche Pflege, doch die finanziellen Belastungen für die Familien sind enorm. Die monatlichen Eigenanteile für die Pflege zu Hause liegen zwischen 340 und 7.441 Euro, im Median bei 2.085 Euro – allesamt nicht von der Pflegeversicherung abgedeckt.

Zum Vergleich: Heimbewohner zahlten im ersten Jahr 2026 durchschnittlich 3.245 Euro monatlich, 2024 sank der bundesweite Durchschnitt leicht auf 2.984 Euro. In Baden-Württemberg lag der Wert bei 2.907 Euro. Anders als in der stationären Pflege sinken die Kosten für die häusliche Versorgung jedoch nicht mit der Zeit, selbst wenn der Pflegebedarf gleich bleibt. Der Bundesverband der Angehörigenpflege kritisiert, dass das System diejenigen stärker belastet, die sich für die Pflege zu Hause entscheiden.

Die Bundesregierung will die Pflegereform bis Ende 2026 abschließen, um das System bezahlbarer zu gestalten. Aktuell können Betroffene zwischen Heimunterbringung, professioneller ambulanter Pflege oder der Betreuung durch Familienmitglieder wählen – doch alle Optionen sind mit hohen Eigenanteilen verbunden.

Die Daten verdeutlichen den eklatanten Kostenunterschied zwischen häuslicher und stationärer Pflege. Da Familien für die Versorgung zu Hause oft mehr zahlen müssen, sollen die geplanten Reformen bis 2026 die Finanzierbarkeit verbessern. Bis dahin werden die Eigenanteile für alle, die ein Pflegeheim meiden, weiter steigen.

Quelle