23 April 2026, 14:21

NRW revolutioniert Solarausbau mit neuem Öko-Leitfaden für Freiflächenanlagen

Luftaufnahme einer Solar-Farm mit Panelen, umgeben von Bäumen, Gras, Pflanzen und Wasser, mit einem Zug auf einer nahen Bahnstrecke.

NRW revolutioniert Solarausbau mit neuem Öko-Leitfaden für Freiflächenanlagen

Nordrhein-Westfalen setzt ehrgeizige Ziele für den Ausbau der Solarenergie. Der Bundesland plant, seine Photovoltaik-Kapazität von derzeit 13,21 Gigawatt auf 21 bis 27 Gigawatt bis 2030 auszubauen und bis 2040 sogar 50 Gigawatt zu erreichen. Um dieses Wachstum naturverträglich zu gestalten, hat die Landesanstalt für Natur, Umwelt und Klimaschutz einen neuen Leitfaden zur Bewertung von Freiflächen-Solaranlagen veröffentlicht.

Der Leitfaden führt ein Punktesystem von null bis fünf ein, mit dem die ökologische Wertigkeit verschiedener Flächen innerhalb einer Solaranlage bewertet wird. Der Bereich direkt unter den Modulen erhält in der Regel einen Punkt – vergleichbar mit dem ökologischen Wert eines Schotterwegs. Vollständig versiegelte Flächen wie Zufahrtswege werden mit null bewertet und müssen durch Ausgleichsmaßnahmen vollständig kompensiert werden.

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Da jede Freiflächen-Photovoltaikanlage die Landschaft verändert, sind Ausgleichsmaßnahmen für Eingriffe in die Natur verpflichtend. Diese bestehen meist darin, in der Umgebung extensiv bewirtschaftetes Grünland anzulegen oder zu erhalten. Der Leitfaden sorgt für eine standardisierte Berechnung dieser Maßnahmen im gesamten Bundesland.

Für eine naturverträglichere Gestaltung empfiehlt die Behörde, die Modulreihen mindestens fünf Meter voneinander zu beabstanden. Zudem sollten die Modultische auf eine Mindesthöhe von 0,8 Metern über dem Boden angehoben werden. Der ökologische Wert der Zwischenräume hängt vom angestrebten Biotoptyp ab und wird im Vergleich zum Referenzzustand des Ziel-Biotops bewertet.

Mit dem Arbeitsblatt 61 liegen nun erstmals verbindliche Kriterien vor. Damit erhalten Kommunen und Projektentwickler klare Vorgaben für Planung und Genehmigungsverfahren.

Das neue Bewertungssystem hilft, den Ausbau erneuerbarer Energien mit dem Naturschutz in Einklang zu bringen. Durch die Standardisierung der Ausgleichsberechnungen wird eine einheitliche Praxis in ganz Nordrhein-Westfalen sichergestellt. Die Empfehlungen des Leitfadens zielen darauf ab, die Umweltbelastung zu minimieren und gleichzeitig die ehrgeizigen Solarausbauziele des Landes zu unterstützen.

Quelle